Grevenbroich: Neues Altenheim an der Erft

Grevenbroich : Neues Altenheim an der Erft

Die St.-Augustinus-Seniorenhilfe plant am Klosterweg in Wevelinghoven ein Seniorenwohnstift. Das alte Krankenhaus muss weichen. Kapelle und Gutshaus sollen in das Zehn-Millionen-Euro-Projekt integriert werden.

Viele Jahrzehnte lang wurden am Klosterweg im Sinne der Kruchen-Stiftung Waisen, Senioren und Kranke gepflegt, Ende 1977 schloss das Wevelinghovener St.-Josefs-Krankenhaus. Bald soll der Stiftungszweck in neuer Form wiederaufleben: Die St.-Augustinus-Seniorenhilfe in Neuss plant dort das Seniorenwohnstift St. Martinus mit 80 Plätzen in Einzelzimmern und 13 Wohnungen für Betreutes Wohnen – ein Zehn-Millionen-Euro-Projekt. Gestern Abend wurde das Vorhaben im Planungsausschuss vorgestellt.

Vom idyllischen Standort mit Park direkt an der Erft ist Thilo Spychalski (42), Geschäftsführer der St. Augustinus-Kliniken in Neuss, rundweg begeistert: "Eine Traumlage. Als ich das Gelände sah, dachte ich sofort: Wenn man ein Seniorenzentrum in Grevenbroich planen sollte, dann hier." Von den Plänen profitieren auch andere, die St.-Augustinus-Seniorenhilfe übernimmt das Areal in Erbpacht von der katholischen Gemeinde St. Martinus. "Drei Viertel der Räume in dem großen Komplex stehen leer, verkommen und kosten viel Geld", erklärt Helmut Coenen vom Kirchenvorstand. Das Erzbistum hatte von der Gemeinde ein Gesamtkonzept gefordert und hat den Plänen bereits zugestimmt.

Neben einigen Wohnungen nutzt zurzeit die Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss im alten Krankenhaus Räume. Im Pfarrzentrum neben der Kapelle sind Pfarrsaal und -bücherei untergebracht. "Wir haben alle Mieter informiert und stehen im Einklang mit der Lebenshilfe", betont Margret Peiffer vom Kirchenvorstand. "Das Schöne ist, dass das Seniorenzentrum ganz im Sinne der Stiftung Kruchen ist", erklärt Coenen. Die Geschwister Johann und Josephine Kruchen waren Gutsbesitzer und vermachten ihr Vermögen der Pfarre als Stiftung für gemeinnützige Zwecke. 1879 wurde die St.-Josefs-Anstalt als Alten- und Waisenheim eröffnet, daraus wurde das Krankenhaus. Laut Spychalski hat eine Analyse den Bedarf für ein Seniorenzentrum im Raum Wevelinghoven/Kapellen bestätigt. "Das Projekt für Seniorenzentrum ist eine gute Lösung für die Menschen im Ort", sagt Pfarrer Heinz-Theo Lorenz.

Mit dem Neubau, der Baustart ist für 2012 geplant, sollen zwei denkmalgeschützte Gebäude erhalten bleiben. Das über 300 Jahre alte Gutshaus und die Kapelle sollen in den Komplex mit zwei Neubau-Flügeln einbezogen werden. Die Kapelle wird mit der großen, verglasten Eingangshalle verbunden. Wird das Projekt Realität, braucht die Gemeinde ein neues Pfarrzentrum. Geplant ist, das alte Pastorat von 1653 zu restaurieren und als Versammlungsraum zu nutzen. Zurzeit wird die Bausubstanz geprüft..

(NGZ)
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