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Grevenbroich: Neuer Eigentümer will Wabenhaus sanieren

Grevenbroich : Neuer Eigentümer will Wabenhaus sanieren

Die Hochhäuser am Hammerwerk sorgten für Ärger. Erol Gürler von der neuen Eigentümer-Gesellschaft will die Probleme anpacken.

Erol Gürler redet Tacheles. "Das wichtigste ist, dass wir das Müll-Problem in den Griff bekommen und das Erscheinungsbild der Hochhäuser verbessern. Wir sind spezialisiert auf Häuser, die problematisch zu sanieren sind", sagt der 45 Jahre alte Geschäftsführer der Objektgesellschaft Am Hammerwerk. Die GmbH in Langenfeld ist seit wenigen Monaten Eigentümerin des sogenannten Wabenhauses am Hammerwerk mit 117 Wohnungen. Davor hatten die Gebäude etwa ein Jahr lang unter Insolvenzverwaltung gestanden.

In der Vergangenheit hatten die Hochhäuser immer wieder für Ärger gesorgt — unter anderem wegen Müll, der im Umfeld herumlag und Ratten anlockte. Die Stadt ließ das Nachbarareal säubern und Büsche roden, in die immer wieder Abfall geworfen wurde. Bewohner haderten mit dem Zustand der Häuser. Als "Schandfleck und sozialen Brennpunkt" hatte CDU-Fraktionschef Norbert Gand den Komplex bezeichnet — und hätte sogar den Abriss der Hochhäuser neben dem Elsbachtunnel befürwortet.

Auch andere Politiker wünschten sich Verbesserungen. Erol Gürler, der in Mülheim an der Ruhr wohnt, will nun die Probleme anpacken. "Wir wussten ganz genau, was wir kaufen. Wir haben Erfahrung, haben ähnliche Häuser in Essen, Duisburg und Düsseldorf saniert."

Gürler weiß: "Wir stehen bei den Häusern am Hammerwerk vor einer Flut vor Problemen — mit Müll, Dreck und Drogen. Der frühere Eigentümer hat jahrelang dort nichts getan", sagt Gürler.

"95 Prozent der Bewohner wollen dort in den Häusern friedlich leben — und nicht Spritzen auf den Treppenstufen vorfinden. Viele Familien haben Angst, durch die Flure zu gehen, weil dort Drogenabhängige herumlungern." Schwierigkeiten bereite "eine Handvoll" Mieter, "denen werden wir kündigen", sagt Erol Gürler. Zugleich erklärt er, "dass im Haus auch einige Menschen mit großen Problemen leben, die von Stadt, Jugendamt, Arge und Politikern allein gelassen werden".

Das Ziel: Binnen anderthalb bis zwei Jahren will die Objektgesellschaft Am Hammerwerk ein "ansehnliches Erscheinungsbild" des Wabenhauses erreichen. Einiges ist laut Gürler bereits auf den Weg gebracht. "Wir haben zwei Hausmeister eingestellt, die acht Stunden am Tag vor Ort sind. Wir haben Reinigungskräfte angestellt, die Flure werden jeden Tag gereinigt", so Gürler. "Und wir haben Rattenfallen aufgestellt." Zudem sollen, wo erforderlich, Mängel behoben werden — etwa an Fenstern und Türen.

Zeichen der Verbesserung gibt es laut Gürler bereits: "Die Menschen in den Häusern haben jetzt mehr Vertrauen." Viele Bewohner seien türkischstämmig, "sie sind glücklich, dass sie mit mir jetzt einen Menschen haben, der ihre Sprache spricht."

Auch im Rathaus wurde eine Veränderung bemerkt. "Wir begrüßen die bereits deutlich erkennbare Initiative des neuen Eigentümers, für eine saubere Umgebung der Hochhäuser zu sorgen", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken."

(NGZ)