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Grevenbroich: Neuer Betreiber für RB 38?

Grevenbroich : Neuer Betreiber für RB 38?

2012 werden Weichen für die RB 38 gestellt: Der Betrieb auf der Regionalbahn wird neu ausgeschrieben. Zudem denkt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr über kurzfristige Verbesserungen nach, um Platzprobleme zu beheben.

Dieter Dorok fährt oft mit der Bahn, und er weiß: "Im Berufsverkehr sind auf der Regionalbahn 38 manche Züge brechend voll. Das ist ein unhaltbarer Zustand", erklärt der Grünen-Ratsherr, der vom "Sardinendosen-Express" spricht. Seit Jahren klagen Grevenbroicher über überfüllte Züge — nun ist Besserung in Sicht: Nach Fahrgastzählungen überlegen der Verkehrsverbund Rhein Ruhr und die DB, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Zuweilen können Fahrgäste morgens kaum einen Stehplatz ergattern.

Bei kurzfristigen Lösungen bleibt es nicht: Verkehrsplaner und Politiker werden sich bald mit der weiteren Zukunft der RB 38 zwischen Köln und Düsseldorf befassen. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland schreibt den Auftrag für den Betrieb neu aus. Der neue Vertrag soll ab Dezember 2016 gelten.

Über den "Fahrplan" bis dahin hat der VRR den Rhein-Kreis informiert: Spätestens Anfang 2012 werden danach die Anforderungen an Fahrzeuge, Kapazitäten und an den Fahrplan festgelegt. Im Mai 2012 soll der Betrieb neu ausgeschrieben werden. "Etwa ein Jahr danach kann der Auftrag neu vergeben werden", erläutert VRR-Sprecher Johannes Bachteler. "Der Betreiber soll Zeit haben, sich vorzubereiten und rechtzeitig Fahrzeuge bestellen können." Längst fährt nämlich nicht nur die Deutsche Bahn auf Eisenbahngleisen im VRR, auch Unternehmen wie Eurobahn, Abellio und Nordwestbahn haben Strecken übernommen. Damit ist in der Regel der Einsatz von neuen Triebwagen verbunden. Das gibt Grevenbroichern Hoffnung, die heute meistens in ältere Züge einsteigen.

Mit Blick auf die Vergabe möchten die Grünen rechtzeitig Pflöcke einrammen. Sie haben den verkehrspolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Arndt Klocke, eingeschaltet. "Angebot und Komfort müssen verbessert werden. Fahrgäste sollten möglichst einen Sitzplatz finden", so Dorok. "Außerdem ist zu überlegen, die Bahnsteige für längere Züge zu erweitern." Auch die SPD-Kreistagsfraktion kritisiert die überfüllten Züge.

Der Kreis ist nicht am Vergabeverfahren beteiligt, wohl aber in VRR-Gremien bei der Festlegung der Eckpunkte dabei. "Das Angebot muss der Nachfrage entsprechen, in Spitzenzeiten reicht es nicht aus", sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. "Wünschenswert wären auch mehr durchgehende Verbindungen nach Düsseldorf." Verbesserungen soll es aber schon vor 2016 geben. Ein Problem: "Das Gesamtvolumen der Leistungen kann wegen des bestehenden Vertrages nicht vergrößert werden", so Bachteler vom VRR. Eine "ressourcenneutrale" Lösung: Zugkapazitäten von verkehrsschwachen in Spitzenzeiten zu verlegen.

(NGZ)