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Grevenbroich: Neuer Ärger um Behindertenparkplätze

Grevenbroich : Neuer Ärger um Behindertenparkplätze

Die Stadt hat reagiert: Nachdem im vergangenen Jahr eine hitzige Debatte über Anzahl und Lage von Parkplätzen für Behinderte entfacht war, wurden die Flächen neu strukturiert. Die Behindertenbeauftragte fühlt sich übergangen.

Die Stadtverwaltung hat neue Parkflächen für Behinderte ausgewiesen. Ein entsprechender Plan mit den Parkplätzen sowie behindertengerechten Toiletten wurde jetzt in aktualisierter Form vorgelegt. Insgesamt gibt es nun 58 Behindertenparkplätze.

Rathaussprecherin Ines Hammelstein weist darauf hin, dass neue Standorte hinzugekommen sind. "Außerdem wurden zusätzliche Parkflächen für Menschen mit Behinderung am Bahnhof sowie am Kreiskrankenhaus ausgewiesen", sagt Hammelstein. Der neue Plan findet sich auf der Internetseite der Stadt, außerdem wurde er auf der Facebook-Seite der Stadt veröffentlicht. Das allerdings sorgt für deutliche Verärgerung bei der Behindertenbeauftragten Charlotte Häke.

Häke sieht mit Blick auf den Plan erheblichen Nachbesserungsbedarf. "Ich habe dafür plädiert, den Plan wieder von der Internet- sowie der Facebook-Seite zu nehmen. Er ist in einigen Punkten nicht hilfreich und sorgt für Verwirrung — insbesondere mit Blick auf die als behindertengerecht ausgewiesenen Toiletten", meint Charlotte Häke. So seien zum Beispiel nicht alle dieser WCs auch wirklich barrierefrei. "Zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es der Fall sein sollte."

Auch ein weiterer Punkt sorgt für Ärger: Im Rathaus hieß es, die Behindertenbeauftragte sei in die Planungen miteinbezogen worden. Charlotte Häke dementiert dies vehement und lässt ihrem Ärger freien Lauf. "Mit mir hat niemand gesprochen. Es hat keinerlei Abstimmung gegeben. Man hätte vieles besser machen können und dies vorab klären und abstimmen können", sagt sie.

In der kommenden Woche möchte sie sich daher für ein Treffen im Rathaus stark machen. Dabei sollen alle Beteiligten den Plan noch einmal durchgehen und mögliche Nachbesserungen besprechen. "In dieser Woche war dies wegen der Urlaubszeit nicht möglich", sagt Häke. Gerade in Sachen Barrierefreiheit möchte sie ihr Wissen einbringen. "Ich mache seit sieben Jahren Fortbildungen in diesem Bereich und kann mit Sicherheit einige Dinge beisteuern, die nicht ausreichend beachtet worden sind."

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Ärger um die Behindertenparkplätze in der Innenstadt gegeben — damals mit zum Teil markigen Worten. In den Hauptrollen: Charlotte Häke und Bauausschuss-Vorsitzender Wolfgang Latzel. Stein des Anstoßes waren Beschwerden von Bürgern.

Diese hatten beklagt, dass es in der Innenstadt zu viele oft leerstehende Behindertenparkplätze gebe. Der Bauausschuss hatte eine Überprüfung der Situation angekündigt. Daraufhin schaltete sich Charlotte Häke ein: Es gebe nicht zu viele, sondern zu wenig Behindertenparkplätze in der Stadt. Beim Ortstermin mit den Politikern wurde das Problem dann besprochen.

Verhärtete Fronten möchte Charlotte Häke nun vermeiden. "Streit wäre der falsche Weg, wir brauchen einen Dialog", sagt Häke. Sie betont aber auch: "Man hätte mich in die Planung einbeziehen müssen."

(NGZ/EW)