Grevenbroich: Neue Windkraft-Zonen auf dem Prüfstand

Grevenbroich: Neue Windkraft-Zonen auf dem Prüfstand

Die Landesregierung möchte neue Flächen für Windräder schaffen. Der Rat hat dies abgelehnt – doch in Stein gemeißelt scheint das nicht.

Die Landesregierung möchte neue Flächen für Windräder schaffen. Der Rat hat dies abgelehnt — doch in Stein gemeißelt scheint das nicht.

Foto: Berns, Lothar (lber)

Der Planungsausschuss wird sich am Dienstagabend mit der Stellungnahme der Stadt Grevenbroich zum Landesentwicklungsplan (LEP) befassen — insbesondere ein Punkt birgt Diskussionsbedarf: die Ausweisung neuer Vorranggebiete für Windenergienutzung. Erst im vergangenen Jahr hatte sich der Stadtrat gegen neue Windkraft-Zonen ausgesprochen. Stadtsprecher Andreas Sterken betont: "Diese Marschrichtung werden wir gegenüber der Bezirksregierung vertreten." Sollte diese auf weitere Flächen in Grevenbroich bestehen, wären der Stadt allerdings die Hände gebunden.

Der Landesentwicklungsplan sieht vor, dass in NRW eine Fläche von 54 000 Hektar als Vorranggebiete für die Windenergienutzung ausgewiesen werden, davon 3500 Hektar im Regierungsbezirk Düsseldorf. "Es gibt die Vorgabe der Landesregierung, mehr für die Windenergie zu tun", sagt Sterken. Die Bezirksplanungsbehörde Düsseldorf wird nach Rechtskraft des LEP Gebiete ausweisen. Daher sei es sinnvoll, potenzielle Flächen frühzeitig mit der Bezirksregierung abzustimmen. Stellungnahmen zum Entwurf des LEP sind bis 28. Februar möglich. Die Haltung der Stadt ist angesichts des Ratsbeschlusses klar: Sie lehnt die Ausweisung neuer Flächen für Windenergie ab.

Dabei birgt der Ratsbeschluss aus dem vergangenen Jahr durchaus Diskussionsbedarf, mehr noch: Er scheint nicht in Stein gemeißelt. Vor allem die CDU hatte sich bereits 2013 gegen die Resolution ausgesprochen. CDU-Chef Norbert Gand erklärt, dass er die Entscheidung "nach wie vor für zu weitgehend" hält.

Gefällt wurde die Resolution im Zuge der Diskussion um neue Windräder in Wevelinghoven. "Dieses Gebiet ist definitiv vom Tisch", sagt Gand. Man müsse allerdings darüber nachdenken, ob neue Vorranggebiete am Stadtrand — insbesondere dort, wo Nachbarkommunen wie Bedburg, Korschenbroich oder Jüchen ohnehin Windräder bauen beziehungsweise planen — nicht doch Sinn machten. "Es darf jedoch keinerlei Beeinträchtigung der Bevölkerung entstehen", betont Gand. "Wir werden das sicher noch einmal diskutieren müssen — aber ohne, dass es in Parteienstreit ausartet. Wir möchten da jetzt auch keine Grundsatzfrage draus machen."

Bei der SPD scheint das Thema ebenfalls Anlass zu Diskussionen zu geben. Fraktionsvize Holger Holzgräber bestätigte, dass sich seine Partei darüber Gedanken mache. "Wir sind dabei, uns umfassend sachkundig zu machen, und werden uns dann intern beraten", sagt Holzgräber. SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand betont allerdings: "Grundsätzlich sind wir mit dem getroffenen Entschluss sehr zufrieden und für die Zukunft auch gut aufgestellt."

(NGZ)
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