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Grevenbroich: Neue Wege für Behinderte

Grevenbroich : Neue Wege für Behinderte

Politiker von CDU und SPD fordern behindertengerechte Wege von der Südstadt in die City. Die Stadt will den Tunnel an der Zedernstraße erneuern, doch das wird teuer. Die CDU schlägt als weitere Lösung einen Weg am Bend vor.

Die Bahnlinie trennt die Südstadt von der City — für viele ein enormes Hindernis. "Gehbehinderte haben Schwierigkeiten, in die Innenstadt zu kommen, weil die Rampen an den Unterführungen Zedernstraße und Auf der Schanze für sie zu steil sind", erklärt CDU-Ratsfrau Irmintrud Berger. Die Union wird nun aktiv: "Es kann nicht sein, dass für behinderte Menschen die Südstadt beziehungsweise Innenstadt ohne fremde Hilfe nicht erreichbar ist", heißt es in einem Antrag der Fraktion. Die Verwaltung soll prüfen, wie die Wege behindertengerecht gestaltet werden können. Dabei sollen laut CDU neben den Unterführungen auch Fußwege mit einbezogen werden.

Die Union schlägt eine neue, zusätzliche Lösung vor: "Vom Parkplatz an der Waldwiese führt ein Weg am Fußballplatz Richtung Erft. Durch die Bahnunterführung geht es am Schneckenhaus und an der Sparkasse vorbei zur Innenstadt", erklärt Berger. "Zurzeit ist der Weg für Gehbehinderte viel zu steil. Wenn er aber asphaltiert und mit geringerem Gefälle umgebaut wird, ist das eine zusätzliche Möglichkeit, um in die City zu kommen."

Bemühungen für eine bessere Fußgängerverbindung gibt es seit langem. Seit Jahren will die Stadt die Unterführung Zedernstraße umbauen, so mancher spricht vom "Angst-Tunnel". "Dort ist es dunkel und dreckig. Rollstuhlfahrer können die Rampen nicht nutzen. Auch Menschen mit Kinderwagen haben dort Probleme. Einige sind dort schon gestürzt. Da muss etwas geschehen", sagt der ehemalige SPD-Ratsherr Josef Ehle, der seit 15 Jahren für Verbesserungen in dem Bereich kämpft. "Von der Südstadt aus kommt man in die City fast nur durch Tunnel."

Im Rathaus liegen bereits Pläne für den Umbau an der Zedernstraße: Die Treppen sollen ersetzt werden, neue 60 Meter lange Rampen sich serpentinenartig mit geringem Gefälle in den Tunnel schlängeln. Im Sommer stellte Landesverkehrsminister Michael Groschek Zuschüsse in Höhe von 800 000 Euro in Aussicht, die Verwaltung wartet auf den Bewilligungsbescheid. Ein Problem: Die Stadt muss 350 000 Euro an Eigenleistung tragen — im Etatentwurf 2013 ist das Geld nicht eingeplant. Die Politik müsste es im Rahmen der Haushaltsberatung bereit stellen, doch dafür müsste an anderer Stelle gespart werden. "Der Tunnel Zedernstraße muss umgebaut werden, daran halten wir fest. Aber angesichts der Haushaltslage ist es fraglich, ob das Geld 2013 bereitgestellt werden kann", sagt Berger. "Ich denke aber, dass wir mit der Lösung von der Waldwiese aus schnell und einfacher eine zusätzliche Verbindung schaffen können."

(NGZ/ac)