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Grevenbroich: Neue Trasse nun auf Linie

Grevenbroich : Neue Trasse nun auf Linie

Die Landstraße 361 ist unvollendet. Zwischen Kapellen und Wevelinghoven klafft eine kilometerlange Lücke, die geschlossen werden soll. Die Bezirksregierung hat jetzt die Linie des Straßenbau-Projekts festgelegt.

Grevenbroich Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Lückenschluss der Landstraße 361n ist gelegt worden. Bei der Bezirksregierung wurde jetzt die Linie der Trasse bestimmt. Das heißt: Die schon seit Jahrzehnten geplante Verknüpfung der "Unvollendeten" zwischen Wevelinghoven und Kapellen ist damit zumindest auf dem Papier zur Realität geworden.

Der Landesbetrieb Straßen NRW in Mönchengladbach wird nun mit der Detailplanung der Trasse und der Planfeststellung beginnen. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, steht indes noch nicht fest. Es wird voraussichtlich noch Jahre dauern, bis der erste Bagger in der Erftaue anrollen wird.

Dass der Lückenschluss vollzogen wird, steht jedoch fest: Im neuen Landesstraßen-Bedarfsplan ist die L 361n unter den insgesamt 263 Projekten aufgelistet, die bis zum Jahr 2015 mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro realisiert werden sollen.

Was das Grevenbroicher Vorhaben von anderen unterscheidet: "Die Straße ist als Maßnahme der Prioritätsstufe eins festgeschrieben worden", erklärt Planungsdezernent Werner Hoffmann von der Stadtverwaltung: "Wir haben jetzt die Chance, dass die Straße mittelfristig gebaut werden kann."

Was wiederum den nördlichen Stadtteilen zugute kommen soll: "Ich gehe davon aus, dass sie künftig gewaltig vom Verkehr entlastet werden", betont Bürgermeister Axel Prümm mit einem Blick auf die kontrovers geführte Diskussion um die Lastwagen-Sperrung in Hülchrath.

Es gibt jedoch nicht nur Befürworter des Lückenschlusses - nach wie vor regt sich auch der Widerstand. "Wir lehnen die Ostumgehung ab", erklärt Gerhard Hoff, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Rettet die Erft-aue": "Wir werden uns beim Landesbetrieb Straßenbau über den aktuellen Stand informieren."

Die Initiative werde die kommenden Planungsschritte begleiten, Einwendungen machen und bei Fehlern - wenn nötig auch vor Gericht - einschreiten. "Beispielsweise werden wir beobachten, ob alle Bestimmungen etwa zur Wasserrahmenrichtlinie, zum Hochwasserschutz und bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen eingehalten werden", so der Vorsitzende der rund 800 Mitglieder zählenden Initiative.

"Die Straße ist überflüssig, da die westlich von Kapellen Richtung K 10 geplante K 22 den Verkehr aufnehmen kann. Eine Entlastung für Kapellen erwartet Gerhard Hoff von der Ostumgehung ("Eine Achterbahn-Trasse") nicht. Vielmehr befürchtet er, dass die neue Straße zu einer "schnellen Verbindung von der B 59 bis nach Viersen" führt und zusätzlichen Verkehr anzieht. Die Ostumgehung beeinträchtige das Landschafts- und Naturschutzgebiet und führe zu mehr Lärm für Anwohner etwa von Tüschenbroich und Gilverath.

(NGZ)