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Grevenbroich: Neue Ortsschilder für Kapellen

Grevenbroich : Neue Ortsschilder für Kapellen

Der Bauausschuss hat gestern Abend entschieden: Kapellen darf wieder den Zusatz "Erft" tragen. Nun sollen die Ortsschilder ausgetauscht werden. Doch was ist mit den Hinweistafeln auf den Landstraßen und der Autobahn?

Im Jahr 1975 war Schluss. Mit der Kommunalen Neugliederung verschwand der Zusatz "Erft" vom Kapellener Ortsschild. "Dahinter steckte keine besondere Absicht, das Wort ist seinerzeit einfach nur vergessen worden", sagt Ernst Bizer.

Das bedauerte der pensionierte Berufsschulleiter, er setzte sich für die Wiederaufnahme des Wörtchens ein — und das durchaus erfolgreich: Gestern Abend gaben die Mitglieder des Bauausschusses ihr Okay für den Zusatz "Kapellen/Erft" auf den Ortstafeln. "Damit hätte ich nicht gerechnet", sagte Bizer anschließend.

Der Antrag kam aus den Reihen der CDU und wurde in den vergangenen Monaten kontrovers diskutiert — vor allem, weil das Ändern der Ortsschilder mit Kosten verbunden gewesen wäre. Das hat sich zwischenzeitlich geändert: Ernst Bizer stellte Spenden von 500 Euro in Aussicht, der CDU-Ortsverband unter Leitung von Maria Becker kündigte darüber hinaus einen Zuschuss von 2000 Euro an. "Damit wären die Kosten für den Austausch der sieben Schilder gedeckt", meint Ernst Bizer. Alternativ könnten Aufkleber eines Neusser Spezialunternehmens zum Einsatz kommen, die deutlich preiswerter seien.

Der Technische Beigeordnete Werner Hoffmann begrüßte gestern den Einsatz von Ernst Bizer und seinen Mitstreitern: "Aus Sicht der Verwaltung ist es von hoher Bedeutung, wenn sich Bürger um solche Angelegenheiten kümmern — das zeugt von Heimatverbundenheit", meinte er.

Für Bizer selbst ist die Aktion allerdings noch nicht ganz zu Ende. Denn nach dem Beschluss des Planungsausschusses sieht er jetzt auch andere Behörden am Zug: "Es reicht natürlich nicht aus, wenn wir lediglich unsere Ortsschilder auswechseln", meint er. Auch auf Kreis- und Landstraßen sowie auf der Autobahn müsse auf Hinweistafeln der Zusatz "Kapellen/Erft" stehen. "Und nicht nur dort. Auch die Software von Navigationsgeräten muss entsprechend geändert werden", meint Bizer.

Der ehemalige Schulleiter ist sich sicher: "Die neuen alten Ortsschilder werden im Dorf auf große Resonanz stoßen. In den vergangenen Monaten bin ich immer wieder auf die Aktion angesprochen worden, viele Leute stehen voll dahinter." Obwohl der Schrägstrich und der Name des Heimatflusses vor 37 Jahren vom Ortsschild verschwanden, haben ihn die Vereine bis heute in ihrem Namen beibehalten — Fußballer, Turner, Sänger und Schützen tragen ihn weiterhin im Titel.

Sein eigenes Ortsschild aus der Zeit vor 1975 — das er Ende der 70er für 20 Mark bei einem SPD-Sommerfest erstand — würde er zwar gerne für den Austausch spenden. "Doch das geht nicht mehr", sagt Bizer. Denn der unter dem Ortsnamen stehende "Kreis Grevenbroich" fiel ebenfalls der Gebietsreform zum Opfer

(NGZ/rl)