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Grevenbroich: Neue Kanäle sollen Überflutung verhindern

Grevenbroich : Neue Kanäle sollen Überflutung verhindern

In Kürze beginnt der Kanalbau auf der Brandenburger Straße, um künftig Überschwemmungen auf der Industriestraße zu verhindern.

Die Überflutungen auf der Industriestraße in Kapellen sollen ein Ende haben. Voraussichtlich Ende September rücken Bauarbeiter wenig weiter auf der Brandenburger Straße an, um die Abwasserkanäle dort durch neue, größere Rohre zu ersetzen. Darüber informiert der Eigenbetrieb für Abwasseranlagen heute Abend den Betriebsausschuss. Im kommenden Jahr soll ein weiterer Bauabschnitt auf der Josef-Thienen- und einem kurzen Abschnitt der Talstraße folgen.

Zuletzt war bei einem starken Regenguss Mitte Juni das Wasser an der Industriestraße in Keller und Garagen geströmt, hatte Gärten überflutet. Stundenlang arbeiteten die Pumpen der Feuerwehr. Bereits in früheren Jahren hatten Anwohner dort Wasser im Haus stehen.

Das Problem: Bei starken Regenfällen kann das Wasser aus der Industriestraße nicht schnell genug Richtung Kläranlage in Wevelinghoven abfließen, weil die Rohre im Umfeld zu klein sind und kein ausreichendes Gefälle haben. Das Wasser staut sich und kommt aus den Kanaldeckeln heraus.

Um das Problem zu lösen, hatten die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) zunächst einen rund 830 000 Euro teuren Stauraum-Kanal im Bereich der Erweiterungsfläche des Park-and-Ride-Platzes am Kapellener Bahnhof mit einem Fassungsvermögen von 750 Kubikmetern geplant. "Dann fanden wir eine bessere und effektivere Lösung", erklärt Uwe Bors, der bei den WGV für die Abwasseranlagen zuständig ist. "Wir lösen das Problem auf der Industriestraße, indem wir auf der Brandenburger- und der Josef-Thienen-Straße größere Rohre mit einem wesentlich stärkeren Gefälle verlegen", so Bors. Dies ist zudem preiswerter: Die Rohre in diesen beiden Straßen standen sowieso zur Erneuerung an, und der Stauraumkanal ist nicht erforderlich. Zunächst ist die Brandenburger Straße an der Reihe: Auf einer Länge von 750 Metern werden zwischen der Neusser- und der Josef-Thienen-Straße die Rohre mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern gegen neu mit einem Meter Durchmesser ausgewechselt.

Die Baustelle ist laut WGV etwa 20 bis 25 Meter lang und "wandert" von der Neusser Straße in Richtung Bahnhof. "Während der Bauarbeiten muss die Straße für den Durchfahrtsverkehr gesperrt werden. Die Anwohner können die Straße befahren, allerdings werden sie ihre Grundstückszufahrten etwa ein, zwei Tage nicht nutzen können", erläutert Uwe Bors. "Wir werden die Anwohner mit einem Schreiben über den Ablauf der Arbeiten, die im Dezember abgeschlossen werden sollen, informieren."

Im Jahr 2014 sollen erneut Bagger im Umfeld des Bahnhofs anrücken: Dann werden auf der Josef-Thienen-Straße ebenfalls größere Rohre eingebaut, außerdem müssen auf der Talstraße neue Rohre unter der Eisenbahnstrecke bis zur Industriestraße verlegt werden.

Die Kosten für die Kanalerneuerung auf den drei Straßen schätzen die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich auf rund 1,3 Millionen Euro, davon werden 660 000 Euro in diesem Jahr auf der Brandenburger straße investiert.

(NGZ)