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Grevenbroich: Neue Filter am Kran-Haken

Grevenbroich : Neue Filter am Kran-Haken

Elsen Dieser Weg wird kein leichter sein. Das war den Organisatoren des Schwertransports von Anfang an klar. Zwischen dem Dormagener Hafen und dem Grevenbroicher Stadtrand lagen zwar nur höchstens 30 Straßenkilometer, doch die waren mit zahlreichen Hindernissen gespickt.

Elsen Dieser Weg wird kein leichter sein. Das war den Organisatoren des Schwertransports von Anfang an klar. Zwischen dem Dormagener Hafen und dem Grevenbroicher Stadtrand lagen zwar nur höchstens 30 Straßenkilometer, doch die waren mit zahlreichen Hindernissen gespickt.

Ampeln und Verkehrsschilder etwa, die den breiten Tiefladern im Wege standen und umgesetzt werden mussten. Und auch die Fahrleitungen eines Bahnübergangs stellten sich als ein Problem für die überdimensionale Ladung heraus: Damit der Convoi aus sechs Fahrzeugen ungehindert die Gleise passieren konnte, mussten die Kabelstränge von Fachleuten höher gelegt werden. Viel Aufwand für eine Tour. "Es war in der Tat eine Menge Vorarbeit für diesen Transport notwendig", bestätigt Martin Pöss (36), Leiter der Abteilung Wasserversorgung bei RWE Power.

Dass die Organisatoren gute Arbeit geleistet haben, stellte sich am Mittwoch in aller Frühe heraus: Gegen 4 Uhr erreichten die Tieflader planmäßig ihren Zielort, das Wasserwerk Fürth. Dort stand bereits ein 250-Tonnen-Autokran bereit, der die schweren Lastwagen nach und nach von ihrer Ladung befreite. Sechs gewaltige Druckfilteranlagen mit einem Durchmesser von knapp fünfeinhalb Metern - jede rund 20 Tonnen schwer und sechs Meter hoch.

Schon seit einer Woche waren die Anlagen auf dem Weg nach Grevenbroich, der nächtliche Transport war nur die letzte Station auf einer Odyssee, die in Freudenberg bei Siegen begonnen hat. Dort wurden die Filter hergestellt, per Tieflader zum Hafen in Andernach gefahren, auf ein Binnenschiff geladen und rheinaufwärts nach Dormagen gebracht. "Das hat gut sieben Tage gedauert", meint Martin Pöss. Zum Vergleich: Mit dem Auto wäre der direkte Weg von Siegen nach Grevenbroich mit rund 125 Kilometern in etwa zwei Stunden zu bewältigen.

"Auch für die Baustelle des Wasserwerks Fürth war die Anlieferung und Montage der Filter eine logistische Herausforderung. Bis zum Schluss blieb es spannend, ob die Teilstrecke mit dem Binnenschiff termingerecht erfolgen konnte.

Denn durch die derzeit herrschenden sommerlichen Temperaturen führt der Rhein momentan Niedrigwasser", unterstreicht Pöss. Er erwartete am Mittwoch Morgen mit Spannung die anrückenden Fahrzeuge, die denn auch pünktlich ihren Bestimmungsort erreichten. Für die sechs Filter - sie befreien das Grundwasser von Eisen und Mangan - wurde auf dem Wasserwerks-Gelände ein neues Gebäude errichtet, das oben und an den Seiten noch offen ist. Ein Autokran hob die erste der tonnenschweren Anlagen gegen 6.30 Uhr über das Dach auf die bereits gegossenen Betonfundamente. Im Laufe des Tages nahmen auch die restlichen Filter diesen Weg.

Seit Herbst vergangenen Jahres wird das in den 50er Jahren gebaute Wasserwerk komplett renoviert, um es für die Zukunft zu rüsten (die NGZ berichtete). Durch den Einsatz modernster Regeltechnik wird künftig eine direkte Steuerung von der Wasserwerks-Zentrale in Paffendorf (Bergheim) ermöglicht.

"Damit wird das Wasserwerk Fürth, genauso wie die fünf anderen Wasserwerke der RWE Power, auch zukünftig die Wasserversorgung sicherstellen", meint Martin Pöss. Der Energie-Konzern wird in diesem Zuge auch die Betriebsführung, die bisher das Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) inne hatte, übernehmen. Etwa Mitte 2007 soll die neue Anlage in Betrieb gehen.

In die Modernisierung des Wasserwerks investiert RWE rund viereinhalb Millionen Euro. Allein die Filteranlagen kosten (mit Transport) etwa 450000 Euro.

(NGZ)