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Grevenbroich: Neue Feuerwache ohne Rettungswagen?

Grevenbroich : Neue Feuerwache ohne Rettungswagen?

Noch immer steht nicht fest, ob der Kreisrettungswagen in der geplanten Wache in Frimmersdorf stationiert wird.

Im Herbst 2014 sollen die Löschzüge Frimmersdorf und Neurath im neuen Feuerwehrgerätehaus an der Kreuzung zwischen den Orten zusammengelegt werden. Eigentlich war geplant, dort auch den Rettungswagen des Rhein-Kreises Neuss zu stationieren. Ob es aber dazu kommt, steht aber immer noch nicht fest — Rommerskirchener Politiker haben Bedenken gegen diesen Standort. Am 20. Dezember gibt's dazu ein Gespräch mit dem Landrat.

Am Bau des neuen Feuerwehrhauses soll aber, wie es gestern im Grevenbroicher Rathaus hieß, nicht gerüttelt werden, es soll bis zum Jahr 2014 zwischen dem alten Frimmersdorfer Rathaus und der Kreisstraße 39 errichtet werden.

Eigentlich schien auch für den Rettungsdienst fast alles klar: Der Kreis hatte bei der RWE-Werkfeuerwehr in Neurath einen Rettungswagen (RTW) stationiert — zunächst zur Probe, um die Einsatzzeiten zu ermitteln.

Der Test verlief positiv: "Der Rettungswagen ist schneller in Rommerskirchen — und im Grevenbroicher Süden steht er praktisch vor der Haustür", hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärt. Er würde sich freuen, wenn nach Neubau des Feuerwehrhauses der Rettungswagen von Neurath dorthin verlegt werden könnte, schrieb er im Oktober der Bürgermeisterin.

In Rommerskirchen fordern Politiker jedoch, dass das Fahrzeug — wenn es schon nicht in der Gemeinde selbst stationiert wird — in Neurath bleibt. SPD-Fraktionschef Martin Mertens und andere wiesen darauf hin, dass der RTW künftig vier Kilometer weiter weg stehen solle und die Anfahrt nach Rommerskirchen länger werde. Zudem gab's aus der SPD dort Zweifel an Berechnungen des Kreises.

"Bei dem Gespräch im Dezember mit dem Rommerskirchener Bürgermeister und mit Vertretern der Fraktionen wird der Landrat die Zahlen erläutern und zu den Fragen Stellung nehmen. Erst danach fällt eine endgültige Entscheidung", so Kreissprecher Harald Vieten.

Was bedeutet das nun für die Pläne fürs neue Gerätehaus? "Ich bin zuversichtlich, dass der Rettungswagen in unserem Feuerwehrhaus in Frimmersdorf stehen wird", sagt Dezernent Claus Ropertz. Doch auch ohne Rettungswache soll "das Feuerwehrhaus errichtet werden, der Stadtrat hat den Bau beschlossen", erklärt Ropertz. Auch am Zeitplan wolle die Stadt festhalten. Im Spätsommer oder Herbst 2013 sollen die Bagger für den Neubau anrücken, die Fertigstellung ist für Herbst 2014 vorgesehen. Die Baukosten von 2,65 Millionen Euro werden auf die Etatjahre 2013 und 2014 verteilt.

Für den Fall, dass der Rettungsdienst nicht einzieht, müssen die Baupläne korrigiert werden: Der bisherige Entwurf sieht bereits einen Fahrzeug-Stellplatz und Räume für den Rettungsdienst vor. Für die Feuerwehr sollen am neuen Standort drei Löschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportwagen stationiert werden. Ebenfalls geplant sind getrennte Umkleiden für Männer und Frauen, ein Schulungsraum, Büro, eine kleine Werkstatt und weitere Räume. Die beiden heutigen Gerätehäuser der Löschzüge "entsprechen nicht den heutigen Anforderungen", erklärt Udo Lennartz, Leiter der Feuerwehr.

Auch einsatztaktisch mache die Zusammenlegung der Löschzüge Sinn: "Schon jetzt werden bei vielen Einsätzen beide Einheiten gemeinsam alarmiert." In Frimmersdorf rücken 15, in Neurath 17 Aktive aus. "Wenn wir künftig 32 Feuerwehrleute an einem Standort haben, können wir die Fahrzeuge besser besetzen", so Lennartz.

(NGZ/rl)