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Grevenbroich: Neue Chance für das GV-Kennzeichen

Grevenbroich : Neue Chance für das GV-Kennzeichen

Der Vorstoß aus dem Bundesverkehrsministerium hat neue Bewegung in die Debatte um das GV-Kennzeichen gebracht. Minister Peter Ramsauer will den Städten und Gemeinden ermöglichen, ihre Kfz-Kennzeichen in Zukunft frei wählen zu dürfen. Der Rat der Stadt Grevenbroich hatte sich bereits im Frühjahr für eine Wiedereinführung der GV-Kennzeichen ausgesprochen, der Kreis dies abgelehnt. Vor allem aus den Reihen von SPD, FDP, ABG und UWG hatte es danach Kritik an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gegeben.

Kreissprecher Harald Vieten erklärte gestern auf NGZ-Nachfrage, dass der Erlass aus dem Bundesministerium derzeit vom Kreis geprüft werde. "Danach gibt es vermutlich Gesprächsbedarf mit den Städten und Gemeinden", sagte Vieten. Die entsprechende Verordnung soll im September den Bundesrat passieren. Ein Ministeriumssprecher erklärte, der Minister sehe die Kennzeichen als "Ausdruck von Heimatverbundenheit, Heimatliebe und Identifikation".

Neben der Wiedereinführung von Altkennzeichen soll auch die Einführung völlig neuer Kennzeichen erlaubt sein. "Für Grevenbroich könnte dies bedeuten, dass zum Beispiel auch für die ehemalige Stadt Wevelinghoven ein eigenes Kennzeichen eingeführt werden könnte", meint Vieten. "Wir hatten uns damals bewusst gegen eine Zersplitterung der Kennzeichenlandschaft ausgesprochen."

Holger Holzgräber, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, sieht darin kein Problem. "Herr Petrauschke sollte sich mal ein Beispiel an Minister Ramsauer nehmen", betont Holzgräber. "Wir sind sofort dafür, eigene Kennzeichen einzuführen. Falls es die Bürger wünschen, nicht nur eines für Grevenbroich, sondern auch für Wevelinghoven." FDP-Chef Markus Schumacher plädiert dafür, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. "Wenn wir das GV-Zeichen bekämen, wäre das schon ein Erfolg und ein gutes Signal." Auch CDU-Fraktionsvize Edgar Uebber begrüßt Ramsauers Vorstoß. "Möglicherweise trägt er dazu bei, dass die Haltung des Kreises noch einmal überdacht werden kann."

Der Landkreistag NRW hingegen fordert von der Landesregierung, keine weitere "Zersplitterung der Kennzeichenlandschaft in NRW" zuzulassen. Im Landkreistag sind die 30 Kreise des Landes sowie die Städteregion Aachen organisiert.

(NGZ)