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Grevenbroich: Neue Berufe im Tagebau

Grevenbroich : Neue Berufe im Tagebau

RWE Power sucht jede Menge Auszubildende. 280 junge Menschen erhalten in diesem Jahr eine Azubi-Stelle. Zwei Ausbildungsberufe sind neu dabei. Der angehende Großgeräteführer lernt, Bagger-Giganten zu steuern.

Aus rund 13 000 Tonnen Stahl bestehen die gewaltigen Braunkohlebagger im Tagebau, 21 Meter hoch sind die Schaufelräder. Wer davon träumt, einen dieser Riesen zu steuern: RWE bietet in diesem Jahr den neuen Ausbildungsberuf Großgeräteführer mit Ausbildung zum Mechatroniker an. Beim Energiekonzern lernen im Rheinischen Revier rund 1000 Azubis. In diesem Jahr sind 280 Ausbildungsplätze in 23 Berufen zu besetzen. Ebenfalls neu: der Ausbildungsberuf Rettungsassistent.

"Die Auszubildenden für Großgeräteführer steuern den 18 000 PS starken Schaufelradbagger", macht RWE-Sprecher Andre Bauguitte Appetit. Mit Hilfe eines Joysticks wird der Gigant gesteuert "Wir suchen Kandidaten, die auch technisches Verständnis haben", beschreibt Lutz Solbach (Bereich Ausbildung) das Anforderungsprofil.

Dabei soll der Aspirant allerdings nicht am eigenen Bagger werkeln, wenn an diesem einmal etwas defekt sein sollte. Es geht vielmehr darum, sich mit den vielen technischen Instrumenten im Bagger zurecht finden zu können. Unterm Strich hat der Absolvent dieser Ausbildung, für den der Hauptschulabschluss nötig ist, nachher gute Chancen. Denn schließlich kann er nicht nur Großbagger fahren, sondern hat auch eine Ausbildung als Mechatroniker in der Tasche. Die Übernahmechancen bei RWE Power können sich sehen lassen. Zwar gibt es keine Übernahmegarantie. "Doch alle Auszubildenden – auch in den anderen Berufen – werden bei uns ein Jahr lang angestellt", erläutert Bauguitte.

Der zweite Neuzugang unter den Ausbildungsberufen bei RWE Power: Der Ausbildungsgang zum Rettungsassistenten. Er ist der erste, der bei einem Unfall im Werk vor Ort ist, hat eine sehr große Verantwortung. Denn er legt fest, wie es mit einem Verletzten weitergeht, etwa ob der notärztlich versorgt werden muss. "Voraussetzung ist ein Jahr Fahrpraxis und der Pkw-Führerschein", erläutert Solbach. Außerdem muss mindestens die Fachoberschulreife gemacht worden sein. Nicht nur bei Unfällen kommt der Rettungsassistent zum Einsatz. Auch, wenn jemand einen Herzinfarkt erleidet oder aus ungeklärten Gründen zusammenbricht. Langeweile kommt in diesem Beruf so schnell nicht auf. Denn die Azubis werden zu Seminaren geschickt, machen Praktika auch in der Klinik.

Es gibt auch einige Ausbildungsberufe, die man bei RWE nicht unbedingt vermutet. Zum Beispiel Koch. Oder Forstwirt. Für letzteren gibt es bei RWE jede Menge zu tun. Zwar gibt es im Abbaugelände keine Bäume, die gepflegt werden müssten. Aber die gesamten rekultivierten Flächen gehören zu seinem Aufgabenbereich Und die sind nicht klein: Mit dem Braunkohleabbau sind immerhin über 200 Quadratkilometer neue Landschaften entstanden.

(NGZ)