Neue Aufgaben für das THW in Grevenbroich

Technisches Hilfswerk : Neue Aufgaben für Grevenbroicher THW

Der Ortsverband Grevenbroich erweitert seinen Aufgabenbereich. Ganz neu ist der mobile Hochwasserpegel-Trupp – nur sechs davon bestehen in NRW. Im Aufbau befindet sich auch die neue Fachgruppe Notversorgung mit viel Technik.

Beim Großbrand einer Lagerhalle in Kapellen im Juni waren neben der Feuerwehr auch die Helfer mit den blauen Fahrzeugen im Einsatz. Das Technische Hilfswerk (THW) sorgte für die Beleuchtung, Kollegen aus Viersen räumten mit einem Bagger ausgebrannte Autos und anderes zur Seite. Künftig wird der THW-Ortsverband Grevenbroich noch vielseitiger einsetzbar sein. Die Einheit an der Otto-Hahn-Straße im Industriegebiet Ost rüstet zurzeit die neue Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung aus. Erst vor drei Wochen gegründet wurde der mobile Hochwasserpegel-Trupp, von dem in Nordrhein-Westfalen nur sechs bestehen. „Die neuen Aufgaben bedeuten für die Helfer Motivation, setzen neue Impulse“, erklärt Ortsbeauftragter Jürgen Diekmann.

Der mit vier Helfern ausgerüstete mobile Pegel-Trupp ist für die Grevenbroicher Helfer eine völlig neue Aufgabe. „Bei Hochwasser-Lagen soll der Trupp an neuralgischen Stellen die Höhe des Wasserstandes ermitteln“, erläutert Diekmann. Einsatzbereiche können der Rhein, aber auch andere Flüsse oder Bäche sein, die etwa bei Starkregen über die Ufer treten. „Wir arbeiten bereits seit langem mit dem Deichverband in Dormagen zusammen“, sagt Diekmann.

Bis zum ersten Einsatz wird es etwas dauern, die Technik muss noch geliefert werden. „Bis Mitte 2020 soll der Trupp komplett und einsatzbereit sein“, so Diekmann. Das Team, das mit einem Kleinbus ausrücken wird, erhält mehrere Messgeräte. Sie bestehen aus einem elektronischen Fühler, der ins Wasser gesetzt wird, und einem Computer, mit dem die Ergebnisse registriert und dokumentiert werden.

Mit vielen Aufgaben bereits vertraut sind die Helfer der ebenfalls neuen Fachgruppe N – für Notversorgung und Notinstandsetzung. Der Ortsverband soll mit Hilfe dieser Gruppe bei Einsätzen längere Zeit autark arbeiten können und wird dafür vielseitig ausgerüstet. Der Aufgabenbereich reicht vom Transport zu Land und Wasser über Beleuchten und Pumpen bis zur Kraftstoffversorgung und Unterbringung der Mannschaft bei längeren Einsätzen. Dafür wird die Ausrüstung erweitert: Über Pumpen, Motorsägen und Beleuchtungsgerät – LED-Flächenstrahler, Leuchtballons und einen Lichtmast mit Notstromaggregat – verfügt der Ortsverband bereits, wie Ausbildungsbeauftragter Hans-Dieter Splittgerber berichtet. Das erste von drei neuen 30-Quadratmeter-Zelten ist bereits eingetroffen, ein Multifunktionsanhänger und ein Gabelstapler sollen noch folgen. Auch ein Boot mit Anhänger wird zum Fuhrpark gehören.

Die Ausrüstung ist, wie Splittgerber erklärt, in Gitterboxen verstaut, die rasch auf den Fahrzeugen auf- und abgeladen sind. Mit der Gründung der Fachgruppe N wurde einer der beiden Bergungsgruppen des Ortsverbandes Grevenbroich aufgegeben. Die zweite mit einem großen Gerätekraftwagen bleibt bestehen.

Insgesamt gehören 68 Aktive und 28 Junghelfer zum THW-Ortsverband Grevenbroich. Mit der Zahl ist Jürgen Diekmann zufrieden, „aber natürlich freuen wir uns, wenn weitere Menschen bei uns mitmachen möchten“, sagt der Ortsbeauftragte.

Im Jahr wird das Technische Hilfswerk in Grevenbroich acht bis zehn Mal angefordert – unter anderem zur Unterstützung von Feuerwehren oder anderen Organisationen. Die Bandbreite reicht vom Abstützen einsturzgefährdeter Gebäude bis zu Hochwassereinsätzen.

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