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Neubrück: IHK und Bundesnetzagentur schalten sich in Streit um Briefkasten ein

Kein Briefkasten mehr in Neubrück : IHK und Netzagentur schalten sich in Post-Streit ein

Neuigkeiten aus dem 100-Einwohner-Dorf Neubrück zwischen Kapellen und Hülchrath: Im Streit um Ersatz für den 2017 bei einem Unfall zerstörten Postbriefkasten haben sich nun IHK und Bundesnetzagentur gemeldet.

Ist mit dem Wegfall des Briefkastens, für den die Post ausdrücklich keinen Ersatz schaffen will, die „flächendeckende Grundversorgung mit Postdienstleistungen“ noch gewährleistet? Das muss sie laut einer Verordnung sein, worauf ein Mitglied des Regionalausschusses der IHK Mittlerer Niederrhein jetzt die Bundesnetzagentur hinwies. In Sachen „neuer Briefkasten für Neubrück“ spricht das IHK-Mitglied in einem Schriftverkehr, der unserer Redaktion vorliegt, von einem „berechtigten Bürgeranliegen“.

Tatsächlich hat die Bundesnetzagentur die Briefkasten-Dichte in dem Bereich um Neubrück genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Der nächste Briefkasten ist exakt 504 Meter entfernt und steht an der Straße Zum Vogelsang 6 in Mühlrath. Ein Mitarbeiter der Netzagentur verweist auf eine Post-Verordnung, in der geregelt ist, dass Bürger in zusammenhängend bebauten Wohngebieten in der Regel nicht mehr als 1000 Meter zum nächsten Postbriefkasten zurückzulegen haben sollten. Für Manfred Nothnagel, der sich stellvertretend für viele Neubrücker für einen neuen Briefkasten im Ort starkmacht, ist genau das der Knackpunkt. „Bei Neubrück handelt es sich eindeutig nicht um ein zusammenhängend bebautes Wohngebiet, sondern um einen selbstständigen Ort, der nach allen Seiten hin in Landstraßen mündet“, sagt er. Gerade älteren Bewohnern sei es nicht zuzumuten, über die offene Landstraße nach Mühlrath zu gehen, um dort ihre Post einzuwerfen. Er hat auch Unterschriften im Ort gesammelt.

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Die Post beharrt derweil auf ihrer Position: Ein Briefkasten in Neubrück sei unwirtschaftlich, zu schwach frequentiert. Alle Standorte der Briefkästen stünden in Einklang mit der Post-Verordnung. Die Neubrücker könnten versandfertige Briefe auch den Postboten bei der Zustellung direkt mitgeben.

(cka)