Grevenbroich: Nele Kremer ist die erste Bezirksprinzessin

Grevenbroich: Nele Kremer ist die erste Bezirksprinzessin

Die Gymnasiastin spielt Klavier, liebt Chemie und ist Grevenbroichs erste Bezirksprinzessin. Im Juli steht der nächste Wettbewerb an.

"Bezirksprinzessin - das gab es vorher noch nie", freut sich Nele Kremer über ihren neuen Titel, der ihr erst vor einigen Tagen verliehen wurde. Die 16-jährige Gymnasiastin hat ihre Bruderschaft Gindorf bereits mehrfach als Prinzessin vertreten, war salopp gesprochen also Dorfprinzessin. "Aber jetzt repräsentiere ich einen ganzen Bezirk", sagt sie. Die neue Auszeichnung kommt nicht von ungefähr: Im dafür ausgetragenen Schießwettkampf um die Ermittlung der diesjährigen Nachwuchsmajestäten errang sie ihren Titel mit 26 von 30 möglichen Ringen.

Die junge Frau ist eine exzellente Schützin. "Als ich noch klein war und mit dem Lasergewehr schießen musste, hab ich immer gefragt, wann ich endlich mal ans richtige Gewehr kann", berichtet Nele Kremer. Als Prinzessin darf man sie sich eher wie Schauspielerin Libue Safránková in "Drei Nüsse für Aschenbrödel" denn als "Huch"-rufende Faschingshoheit vorstellen.

Dass sie eine Schießkarte jemals komplett verfehlt hat, gab es noch nie. "Alles eine Frage der Konzentration", sagt sie über ihre Treffsicherheit. "Ich kann in einer solchen Situation alles andere ausblenden." Und landet der Schuss doch nicht im Schwarzen, ist das "nie schlimm Ich sehe das locker." Die Liebe zum Schützenverein hat Nele Kremer "quasi mit der Muttermilch aufgesogen". Das Klischee der "bloß ewig Feiernden stimmt nicht, das ist eine tolle Gemeinschaft", der sie in Gindorf seit 2010 als Mitglied angehört und aus der sich ein Jahr später außerdem die von ihr und Schwester Lena (23) gegründeten "Erftkronen", "eine reine Mädchenveranstaltung", entwickelt haben.

"Meine Mutter kommt aus Wevelinghoven, mein Vater aus Kapellen, meine Schwester und ich sind mit unseren Cousinen hier groß geworden", beschreibt sie die "enge Verbundenheit und Affinität" zu "meinem Dorf". "Ich habe hier viele Freunde, das verbindet, so ein Dorf ist harmonisch und Nachteile lassen sich durch Mobilität überwinden". Schließlich lägen Düsseldorf und Mönchengladbach - Nele Kremer trägt sprichwörtlich die Gladbach-Raute im Herzen und steuert zusammen mit ihrer Familie gerne den Nordpark für Heimspiele der Borussia an - ja bloß eine Autobahnfahrt entfernt.

Im nächsten Jahr steht das Abi am Erasmus-Gymnasium in Chemie ("Das ist wirklich schwer, aber mein Ding"), Mathe, Englisch und Erdkunde an - und was anschließend kommt, ist noch nicht klar. "Das ist schwer. Wer G8-Abi macht, ist beim Abschluss noch sehr jung", berichtet Nele Kremer. Ein duales Studium wäre ihr "am liebsten. Vielleicht könnte ich dann in Gindorf bleiben", erzählt sie lachend über ihre Präferenzen.

Als Bezirksprinzessin stehen einige repräsentative Aufgaben an, besonders freut sie sich auf den nächsten Wettbewerb, den Jungschützentag, der im Juli in Norf stattfindet. Dann treten die Nachwuchsmajestäten aus allen 31 Bezirksverbänden im schießsportlichen Wettkampf um die Würde der Diözesan-Nachwuchsmajestäten an.

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