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Grevenbroich: NE-Autofahrer sind die Besten im Land

Grevenbroich : NE-Autofahrer sind die Besten im Land

Die besten Autofahrer in Nordrhein-Westfalen sind im Rhein-Kreis Neuss unterwegs. Das behauptet ein am Montag veröffentlichter Städtevergleich. Grevenbroich ist an diesem Ergebnis nicht ganz unschuldig, heißt es beim ADAC.

Der WDR-Radiosender "Einslive" und die "Aktuelle Stunde" machten sich gemeinsam auf die Suche nach den besten Auto- fahrern des Landes. Sie bewerteten alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW nach acht Kriterien: Dazu zählten etwa die Höhe der Tempo-Übertretungen, die erhobenen Bußgelder, die entzogenen Führerscheine, erteilte Fahrverbote oder Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr.

Bei der Zahl der Unfälle rangiert der Rhein-Kreis in der Statistik zwar im Mittelfeld, dafür wurden aber nirgendwo so wenige Bußgelder erhoben wir hier — nämlich drei Euro pro Kopf im Jahr. Spitzenreiter bei den Knöllchen sind die Wuppertaler mit 110 Euro pro Kopf. Und in der Gesamtrangfolge schneiden nur die Bielefelder noch schlechter ab. Der Geschwindigkeitsrekord wurde in der Stadt Krefeld mit 109 km/h über dem Erlaubten gebrochen, in Düsseldorf passiert alle 19 Minuten ein Verkehrsunfall.

Für Klaus-Jürgen Ruppert, Leiter des ADAC-Zentrums im Elsbachtal, kommt das gute Abschneiden der Fahrer mit NE-Kennzeichen nicht überraschend: "Der Rhein-Kreis hat eine Ausnahmeposition — hier steht schließlich das größte ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Nordrhein-Westfalen." Und das habe Folgen, sagt Ruppert: "Autofahrer aus Grevenbroich und Neuss kommen überproportional oft hierhin. Rund 40 Prozent der Teilnehmer an unseren Fahrsicherheitstrainings leben im Kreisgebiet." Dagegen würden Düsseldorfer — die in der Studie schlechter abgeschnitten hätten — seltener ins Fahrsicherheitszentrum in Grevenbroich kommen. Im Jahr nehmen auf dem zwölf Hektar großen Areal rund 22 000 Menschen an Fahrtrainings für Autos, Lastwagen oder Motorräder teil.

In Fahrschulkreisen hatte sich der Report am Montag schnell herumgesprochen. "An den Zahlen wird etwas Wahres dran sein. Aber dennoch sollte sich jeder weiterhin genauso aufmerksam und vorsichtig wie bisher im Straßenverkehr bewegen", sagt Björn Klotzki. Allerdings würde der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Neusser Fahrschulen die Annahme aus dem Städtevergleich nicht bestätigen. Bis zu zehn Stunden am Tag verbringe er im Straßenverkehr und erlebe oft Situationen, worüber er sich ärgern könne. "Vor allem die gegenseitige Rücksichtnahme lässt zu wünschen übrig", erklärt Klotzki: "Es werden immer wieder Kreuzungen und Einfahrten zugestellt."

Die Kreispolizeibehörde nimmt den Städtevergleich lediglich zur Kenntnis. "Wir halten diese Datenerhebung nicht für seriös", meint Sprecher Hans-Willi Arnold. Weiter möchte er dies nicht kommentieren. Stattdessen setzt die Polizei weiterhin auf eine regelmäßige Verkehrsüberwachung. "Unsere Philosophie lautet, dass die Autofahrer immer und an jedem Ort mit einer Geschwindigkeitsmessung rechnen müssen", so Arnold. Ein positiver Trend im Rhein-Kreis ist dennoch zu verzeichnen: Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Menschen ist im ersten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent zurückgegangen.

(NGZ/ac)