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Grevenbroich: Narren müssen nach Umzug zum Besen greifen

Grevenbroich : Narren müssen nach Umzug zum Besen greifen

Eine Auflage der Stadt für Karneval-umzüge sorgt bei den Karnevalsvereinen für Unmut. Bei der Genehmigung des Straßenkarnevals heißt es unter Punkt sechs, die Karnevalisten müssten dafür Sorge tragen, dass der gesamte Zugweg "unmittelbar nach Ende der Veranstaltung" von Glasscherben befreit werden muss.

Jürgen Kolata, Geschäftsführer der Karnevalsgesellschaft (KG) Närrische Sprötz-Trupp Gustorf, hat diese Anweisung in diesem Jahr zum ersten Mal registriert. "Das kann nicht die Aufgabe des Vereins sein", sagt er. Der Sprötz-Trupp werde jedenfalls nicht direkt nach dem Feiern mit dem Besen durch die Straßen gehen, um die Flaschen zu beseitigen. Jürgen Kolata geht ohnehin davon aus, dass die meisten Zuschauer nicht Glas, sondern Plastikflaschen mit sich tragen werden. Auch Sibille Neumann, Präsidentin der Großen KG Grielächer Blau-Weiß Orken, wehrt sich gegen diese Anordnung. "Wir werden die Zuschauer und die mitziehenden Fußtruppen darauf aufmerksam machen, kein Glas liegen zu lassen, aber mehr tun?" Der Altstädter Jägerzug wird, wie der Zug-Beauftragte Alexander Mausberg mitteilt, den meisten Müll erst am Montag entfernen. "Vorher sind zu viele Menschen im Ort oder es ist dunkel", sagt er.

Die Auflage gilt bereits seit dem vergangenen Jahr. Stadtsprecher Andreas Sterken erklärt, die Stadt wolle die Karnevalsvereine mehr in die Pflicht nehmen, für eine ungefährliche Situation auf der Straße zu sorgen. Denn der Kehrwagen, der auch weiterhin hinter den Straßenumzügen herfahre, könne nicht alle Glasflaschen aufnehmen.

Vor allem gehe es der Stadt darum, die Verantwortung in einem Versicherungsfall an die Vereine abzugeben. Wenn etwas passiere, sich etwa jemand an einer liegengebliebenen Scherbe verletze, "dann können wir sagen, dass wir die Karnevalsgesellschaften darauf hingewiesen haben", sagt Sterken.

(NGZ)