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Nadja Lüders beim: 2. Debattencamp in Grevenbroich

Debatten-Camp in Grevenbroich : SPD fordert bezahlbaren Wohnraum

Wie sie Zukunft gestalten wollen, diskutierten Nadja Lüders und Gäste beim Camp.

Die SPD im Rhein-Kreis Neuss will auch nach dem Ende der Verstromung an der Nutzung der Braunkohle festhalten, wenn auch in anderem Maß als bisher. Das ist ein Ergebnis des zweiten Debattencamps, zu dem Parteimitglieder und Bürger sich im Alten Schloss Grevenbroich trafen.

„Ziel dieses Debattencamps sollte es sein, ein Meinungsbild über den Strukturwandel, über das zukünftige Leben und Arbeiten und die fortschreitende Digitalisierung zu erhalten sowie insbesondere das innerparteiliche Erneuerungsbestreben voranzutreiben“, erläuterte Andreas Behncke, der an Stelle des erkrankten Kreisvorsitzenden Daniel Rinkert alle begrüßte. Die Ergebnisse der acht Diskussionsgruppen werden nun ausgewertet, in Anträge umgewandelt und beim Kreisparteitrag am 29. Juni als Beschlüsse an die Landes- und Bundesgremien der SPD weitergegeben.

Wie viel mehr als nur ein fossiler Brennstoff Braunkohle ist, verdeutlichte insbesondere die Diskussionsrunde mit Berthold Stern von der Firma Humintech. Die Firma veredelt das nährstoffhaltige Material und zeigt damit einen Weg für Strukturwandel und Schaffung von Arbeitsplätzen auf – vielleicht Teil der „roten Energiewende“. Ganz genau hörten die Diskutanten bei Nadja Lüders, Generalsekretärin der NRW-SPD, hin. Sie erläuterte die Bedeutung sozialdemokratischer Werte und wie sich Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit nur in einer Demokratie und einem Rechtsstaat entfalten könnten. Durchaus selbstkritisch meinte sie, die SPD müsse sich wieder mehr auf diese Grundwerte und den Menschen besinnen. Die Sichtweise dürfe nicht von der Maxime „Fordern und Fördern“ ausgehen, sondern von der Frage, wie der Mensch in sozialer Gerechtigkeit leben kann. Dazu zählen für sie Mindestlohn ebenso wie eine Regulierung der Wirtschaft, wenn sie diese ihrer sozialen Verantwortung nicht mehr bewusst sei. Auch das Thema „Wohnen im bezahlbarem Mietraum“ ist ein Aspekt zur Sicherung der Zukunft. Mit dem Bau neuer Häuser und Wohnungen allein ist es nicht getan, Sozialbindung müsse verlängert, Dachausbau gefördert und Umgestaltung von Gewerbeflächen in Wohnungen erleichtert werden, lauten Forderungen er Sozialdemokraten, die im jetzt vom SPD-Kreisvorstand sortiert und in Anträge gegossen werden.