Grevenbroich: Nachts Tempo 30 als Lärmschutz in Kapellen

Grevenbroich : Nachts Tempo 30 als Lärmschutz in Kapellen

Straßen.NRW ist zu Tempo 30 in der Kapellener Ortsdurchfahrt bereit. Ein Teilerfolg, die Stadt will aber auch tagsüber den Lärm reduzieren.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist bereit, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Neusser Straße und auf der Talstraße südlich der Bahn innerorts von Tempo 50 auf 30 zu reduzieren, aber nur nachts. Das bestätigt Stadtsprecherin Ines Hammelstein auf Anfrage. Sie wertet das als "einen Teilerfolg. Die Stadt will aber mehr, "unter anderem eine Temporeduzierung auch tagsüber. Zu den gewünschten Verkehrsregelungen. soll es es noch ein Gespräch zwischen der Verwaltung und dem Landesbetrieb geben", sagt Hammelstein. Bei den beiden Hauptstraßen handelt es sich um Landesstraßen.

Seit Jahren fordern die Kapellener Verkehrsverbesserungen, klagen über erheblichen Lärm. Die Initativen "Pro Ortsumfahrung" (Pro O) und "Rettet die Erftaue" erstellten gemeinsamen einen umfangreichen Maßnahmen-Katalog etwa für Geschwindigkeitsreduzierung und Verringerung des Lärms in den Ortsdurchfahrten. Ein Ortstermin mit Bürgermeister Klaus Krützen folgte. Im Frühjahr ordnete die Stadt gegenüber dem Landesbetrieb Tempo 30 auf den beiden Straßen in Kapellen sowie auf der L 361 in Wevelinghoven bis zur Rhenaniastraße an. Bei der Straßenbehörde in Mönchengladbach wurde daraufhin aber zunächst geprüft, ob die Kriterien für Tempo 30 erfüllt sind. Straßen.NRW habe auf die Anordnung der Stadt reagiert, aber auf das Schreiben noch keine Reaktion der Stadtverwaltung erhalten, heißt es beim Landesbetrieb. Lärmberechnungen dort hatten ergeben, dass an einigen Gebäuden Richtwerte in den Nachtstunden überschritten werden. Die Konsequenz: Straßen.NRW würde Tempo 30 innerorts von 22 bis 6 Uhr mittragen.

"Tempo 30 in der Nacht ist besser als der bisherige Zustand - wenn das Tempolimit auch eingehalten wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt das nachts kontrolliert ", erklärt Leo Krüll, Sprecher der Initiative "Pro O". Nach Aussage von Anwohnern beginne der Lkw-Verkehr um 4 Uhr - und zwar heftig. "Tempo 30 in den Nachtstunden bringt schon etwas, aber wir brauchen dieses Limit auch tagsüber. Der hauptsächliche Verkehr startet um 6 Uhr - morgens und nachmittags ist der Verkehrsgau", sagt Krüll.

Die Stadt will nicht nur Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten auch tagsüber, sondern auch Tempo 50 außerorts zwischen Kapellen und Wevelinghoven im Bereich des Gather Hofs. Auch das war Bestandteil der Anordnung. Der Landesbetrieb sieht dort aber keine erhebliche Gefahrenlage.

Aus Sicht von "Pro O" sind die Verbesserungen sehr wichtig, die größte Entlastung aber bringe nur die Ortsumfahrung L 361n. "Wir brauchen diese Straße", betont Krüll. Er verweist auf jetzt vorliegende Ergebnisse der Verkehrszählung 2015, eine Zählstelle war an der Talstraße. "Danach fahren an einem Werktag 8200 Fahrzeuge Richtung Ortsmitte - etwa doppelt so viel, wie wir geschätzt hatten. Das ist Wahnsinn", erklärt Krüll.

(NGZ)
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