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Grevenbroich: Nach Einbruch: Bestatter bietet Haus-Hüter-Service

Grevenbroich : Nach Einbruch: Bestatter bietet Haus-Hüter-Service

Martin Willmen, Bestatter aus Grevenbroich, ist empört: "Wenn bei Menschen, die gerade um einen Verwandten oder einen Freund trauen, auch noch eingebrochen wird, dann macht mich das wütend."

Doch Willmen ist nicht nur wütend: Er will Einbrechern ihre Taten erschweren. Seit Dienstag bietet er seinen Kunden einen zusätzlichen "Haushüter"-Dienst an, der Häuser und Wohnungen bewacht.

Ein Dreifach-Einbruch in Neu-Elfgen am Samstagabend verunsichert zurzeit viele Grevenbroicher: Während des Sechs-Wochen-Amtes hatten Einbrecher die Abwesenheit der Familien genutzt, um über die Rückseite des Hauses zunächst in eine Wohnung, dann in zwei weitere in den oberen Etagen einzubrechen.

Als die Trauernden eine Stunde später nach Hause kamen, bemerkten sie den Einbruch: Geld und Schmuck wurden gestohlen. Die Familien erstatteten Anzeige bei der Polizei — doch die Fassungslosigkeit über das skrupellose Vorgehen der Einbrecher, die gezielt die Trauer von Menschen ausnutzen, bleibt.

Polizei-Sprecher Hans-Willi Arnold kennt dieses Vorgehen der Täter, gezielt den Familienanzeigenteil der Tageszeitungen nach Informationen zu durchsuchen und ihre Einbruchsorte entsprechend zu planen. Arnolds Empfehlung an Familien: "Geben Sie nicht Ihre Adresse als Traueranschrift an, sondern entweder keine Adresse oder die Anschrift des Bestatters." So könnten die Täter nicht sofort erfahren, wer wann wie lange nicht zu Hause sei.

Ein Hinweis nicht nur für Beerdigungen, sondern auch für andere Familienfeste wie Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage. Von einer Einbruchsserie will Arnold nicht sprechen, der Einbruch in Neu-Elfgen am vergangenen Samstagabend war in diesem Jahr der zweite in Grevenbroich, bei dem gezielt die Abwesenheit während einer Feier ausgenutzt wurde — allerdings der erste während eines Sechs-Wochen-Amtes.

Auch Bestatter Martin Willmen kennt die Verunsicherung und Sorge vieler Kunden. Er hat jetzt eine Kooperation mit einer "professionellen, erfahrenen Sicherheitsfirma" vereinbart, die als "Haussitter" auch kurzzeitig leerstehende Objekte bewachen kann. Auf Wunsch der Kunden könnten die Mitarbeiter eingesetzt werden, die Bezahlung erfolge pro Stunde und entsprechend berechnet. Die Mitarbeiter würden sich vor ihrem Einsatz vorstellen und mit den Gegebenheiten vertraut machen.

(NGZ)