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Grevenbroich: Nach Bürger-Protesten: Brücke zur Halde bleibt offen

Grevenbroich : Nach Bürger-Protesten: Brücke zur Halde bleibt offen

Sie ist klein, mindestens 30 Jahre alt – und offensichtlich unverzichtbar geworden: die kleine Brücke in der Nähe der Neurather Tennisplätze. Als sie jetzt mit einem Zaun für immer abgeriegelt werden sollte, standen bei den Kommunalpolitikern im Dorf die Telefone nicht mehr still. "Es haben sich etliche Bürger beschwert – die Leute waren empört", sagt Willibert Müller von den Aktiven Bürgern. Der Protest blieb nicht ohne Erfolg.

Sie ist klein, mindestens 30 Jahre alt — und offensichtlich unverzichtbar geworden: die kleine Brücke in der Nähe der Neurather Tennisplätze. Als sie jetzt mit einem Zaun für immer abgeriegelt werden sollte, standen bei den Kommunalpolitikern im Dorf die Telefone nicht mehr still. "Es haben sich etliche Bürger beschwert — die Leute waren empört", sagt Willibert Müller von den Aktiven Bürgern. Der Protest blieb nicht ohne Erfolg.

Die Stadt errichtet zurzeit einen 2,7 Kilometer langen und etwa 1,30 Meter hohen Zaun entlang des Neurather Flüsschens. Das kleine, bis zu 60 Zentimeter tiefe Gewässer soll damit sicherer werden. Fachleute hatten die Verwaltung zuvor auf die Gefahren für Menschen und Tiere hingewiesen: Denn die Wände des V-förmigen Grabens sind glitschig, das Wasser fließt mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwei Metern in der Sekunde. Wer ins Flüsschen gerät, hat Schwierigkeiten wieder herauszukommen.

Im Verlauf der Arbeiten wurden nun auch Zaunpfosten vor der Brücke aufgestellt. "Das machte Spaziergänger skeptisch, die daraufhin die Arbeiter nach dem Sinn dieser Aktion fragten", erläutert Willibert Müller. Die Antwort habe dann für Unruhe bei vielen Neurathern gesorgt: "Als von der Sperrung der Brücke die Rede war, hagelte es geradezu Proteste." Ähnliche Erfahrungen machten auch der SPD-Politiker Daniel Rinkert: "Da war richtig was los."

Kein Wunder, denn die Brücke wird seit Jahrzehnten von vielen Spaziergängern genutzt, die auf die Frimmersdorfer Höhe wollen. "Die Brücke bedeutet für viele im Dorf ein Stück Lebensqualität. Wäre sie weg, müssten lange Umwege in Kauf genommen werden", schildert Willibert Müller. Wem die Brücke gehört, ist übrigens unklar. Angeblich soll sie vor der Kommunalreform (1975) "illegal" — also ohne Genehmigung — gebaut worden sein.

Müller und Rinkert legten ihr Veto bei der Stadt ein und baten darum, die Brücke nicht zu sperren. Erfolgreich. Denn Planungsdezernent Werner Hoffmann erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Thema bereits erledigt sei: "Der Steg, an dem offensichtlich so viele Emotionen hängen, bleibt weiterhin offen." Hoffmann will sich nun mit dem Hersteller es Zauns in Verbindung setzen: "Wir werden eine Lösung finden, um diesen Bereich des Flüsschens anderweitig zu sichern."

(NGZ)