1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Nach Brand: Schützen müssen Zelt versetzen

Grevenbroich : Nach Brand: Schützen müssen Zelt versetzen

Die Bodenplatten lagen schon – und wurden wieder abgebaut. Die Schützen mussten ihr Zelt dreieinhalb Meter versetzen. Grund: Die Feuerwehr pocht auf eine Rettungs-Zufahrt. Aktueller Anlass: der Brand in Wevelinghoven

Die Bodenplatten lagen schon — und wurden wieder abgebaut. Die Schützen mussten ihr Zelt dreieinhalb Meter versetzen. Grund: Die Feuerwehr pocht auf eine Rettungs-Zufahrt. Aktueller Anlass: der Brand in Wevelinghoven

Bei schönem Wetter ist der "Biergarten" des Schützenzelts der Renner. Beim Frühschoppen tummeln sich dort regelmäßig mehr als 500 Menschen an Biertischen und Pavillons. Das Problem: Das Vergnügen findet auf der Feuerwehrzufahrt zur nebenan liegenden Grundschule statt. Eine Woche vor dem Fest pochen die Brandschützer nun darauf, dass dieser Weg freigehalten wird. "Das wird eigentlich schon seit Jahren gefordert", sagt Barbara Kamp. Dass dieses Begehren nun so plötzlich umgesetzt wird, begründet die Grevenbroicher Ordnungsdezernentin so: "Der Brand in der Wevelinghovener Grundschule, die nahe des Kirmesplatzes liegt, hat die Gemüter in dieser Woche sicherlich zusätzlich sensibilisiert."

Diese Wende hat den Bürgerschützenverein überrascht. Als ihn die Nachricht am Donnerstag erreichte, sei zunächst einmal "großes Zähneknirschen" angesagt gewesen, gibt Präsident Dr. Peter Cremerius zu. Denn mit dem Verlust der beliebten Außengastronomie hätte das Schützenzelt aus seiner Sicht an Attraktivität verloren. Zudem seien damit auch enorme Umsatzeinbußen für den Zeltwirt verbunden gewesen. Die Firma Barrawasser versorgt schließlich die Schützen und ihre Gäste unter freiem Himmel an zwei großen Pavillons mit kühlen Getränken.

Der Kompromiss, der mit der Stadt geschlossen wurde: "Wir werden unser Zelt etwas nach hinten versetzen und dreieinhalb Meter in Richtung Flutgraben verschieben. Damit bleibt der Streifen für die Feuerwehrzufahrt entlang der Grundschule frei", erläutert Regimentsoberst Joachim Schwedhelm. Damit sei der Platz jedoch ausgereizt: "Mehr geht nicht", erklärt Peter Cremerius.

Kran kam wieder zum Einsatz

Die Konsequenz: Für den Zeltverleiher war Mehrarbeit angesagt. Denn die Bodenplatten — jede wiegt etwa 1,2 Tonnen — waren schon verlegt worden. Sie mussten per Kran wieder angehoben und auf ihren neuen Platz verschoben werden. Damit das Zelt auch unter die dort wachsenden Alleebäume passt, hat die Stadt bereits störende Äste abschneiden lassen. Sobald der Planenbau steht, soll zwischen dem Außengelände und der Schule noch ein Bauzaun errichtet werden.

Spätestens dann will Feuerwehr-Chef Udo Lennartz mit dem größten Einsatzwagen — der Drehleiter — anrücken, um die Zufahrt zu testen. Er ist froh, dass dieser Kompromiss gefunden werden konnte. "Dieser Bereich bereitet mir schon seit längerer Zeit Bauchschmerzen", gibt er zu: "Im Falle eines Falles, der hoffentlich nie eintrifft, haben wir die Möglichkeit, schnelle Hilfe zu gewährleisten."

(NGZ/jt)