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Nach Brand: Grevenbroich übernimmt Flüchtlinge von Düsseldorf

Grevenbroich : Nach Brand: Stadt übernimmt Flüchtlinge von Düsseldorf

Nach dem Großbrand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft leistet Grevenbroich Amtshilfe. Weil es in der Landeshauptstadt zurzeit zu wenig Plätze gibt, werden etwa 60 Asylsuchende vom Rhein an die Erft verlegt. Bürgermeister Klaus Krützen hat OB Thomas Geisel dieses Angebot unterbreitet, es wurde gestern Nachmittag angenommen.

Am Dienstag war es zu einem Feuer in der Düsseldorfer Messe-Lagerhalle ausgebrochen, in der sich rund 130 Flüchtlinge aufhielten, die sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Polizei und Staatsanwalt haben zwei Nordafrikaner festgenommen, die verdächtigt werden, den Brand gelegt zu haben. Das Motiv für die Tat: Die Männer wollten in eine andere Unterkunft verlegt werden.

Wie Sozialdezernent Claus Ropertz gestern gegenüber unserer Redaktion erklärte, werden der Stadt Grevenbroich keine Flüchtlinge zugewiesen, die bisher in der Messe-Lagerhalle untergebracht waren. "Dort waren Einzelpersonen untergebracht - zu uns werden ausschließlich Familien kommen", sagt Ropertz. Nach den Plänen der Stadtverwaltung werden die Asylsuchenden zunächst in den neuen Großzelten am Hagelkreuz untergebracht. "Sie werden die ersten Bewohner in den für insgesamt 160 Menschen ausgelegten Räumen sein", berichtet der Sozialdezernent. Sobald das in unmittelbarer Nähe liegende Containerdorf an der Gilbachstraße fertig ist, sollen die Familien dorthin verlegt werden. "Das passt, denn wir hatten ohnehin vor, diese Anlage für Familien bereitzuhalten", so Ropertz.

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Für die Beköstigung der Flüchtlinge am Hagelkreuz wird die Küche des Kreiskrankenhauses sorgen. Später, in den Wohncontainer, sollen sie dann zu Selbstversorgern werden - "dort werden Gemeinschaftsküchen vorhanden sein", betont Claus Ropertz. Mit dem Einzug der Asylsuchenden wird ein Verwalter seine Arbeit in den Großzelten aufnehmen, zudem wird auch ein Sozialarbeiter präsent sein.

Die genaue Zahl der Flüchtlinge ist der Stadt noch nicht bekannt, ebenso ist unklar, wie viele Kinder in den Familien sind. "Sobald wir das wissen, wollen wir entsprechende Angebote bereithalten", so Ropertz. Er rechnet damit, dass die Asylsuchenden in der übernächsten Woche ankommen werden.

(wilp)