1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Musik-Szene in Grevenbroich: Hip-Hop-Talent produziert Album im Keller

Musik-Szene in Grevenbroich : Hip-Hop-Talent produziert Album im eigenen Keller

Diego Prats aus Grevenbroich strebt eine Karriere im Musik-Business an. Nun veröffentlicht der Hip-Hop-Künstler sein erstes Solo-Album.

Das Musizieren liegt Diego Prats im Blut. Seine Eltern sind sehr musikalisch. Die deutsche Mutter liebt die Kirchenmusik, sein Vater mit spanischen Wurzeln macht hobbymäßig Salsa-Musik aus Lateinamerika. Da ist es nur logisch, dass auch Prats mit großer Liebe zur Tonkunst aufgewachsen ist. „Seit ich klein war, mache ich Musik“, sagt der 23-Jährige.

Diego Prats aus Wevelinghoven macht unter seinem Künstlernamen „Shiba“ Hiphop-Musik. Bald erscheint sein erstes eigenes Album. Foto: Diego Prats

Sein erstes Instrument lernte er mit sechs Jahren – das Tenorhorn. Später stieg er auf die Posaune um und spielte auch Schlagzeug. „Ich wollte ursprünglich Orchestermusiker werden“, sagt Prats. „Doch das hat mir nicht mehr so viel Spaß gemacht.“ Der Wevelinghovener hat sich für einen anderen Weg entschieden. Im Januar 2018 veröffentlichte er seine erste Single, acht weitere folgten. Dann wurde es Zeit für den nächsten Schritt. Er hat sein erstes eigenes Album produziert, das noch im März erscheinen soll. Von der Orchestermusik hat sich Prats mittlerweile aber distanziert, er macht eine Mischung aus elektronischer Musik und melodischem Hip-Hop.

Hip-Hop sei schon immer seine große Leidenschaft gewesen, verrät er: „Das habe ich immer in meiner Jugend gehört“. Seine Vorbilder sind Größen der Szene wie Tupac oder Dr. Dre. Von dem „Ghetto-Rap“, der die hiesigen Charts derzeit beherrscht, will Prats sich aber abheben. Er will sich von dem „schlechten Nachgeschmack“ dieser Musik distanzieren und „vernünftige Musik“ machen. Das heißt: „Ich rappe nicht, sondern ich singe in meinen Songs“, sagt er. Dazu benutze er den modernsten Sound, was Hip-Hop angeht. „Das machen nicht viele deutsche Künstler, es ist eher in Amerika verbreitet.“

Der Sänger und Songwriter aus Grevenbroich singt ausschließlich in seiner Muttersprache. „Ich finde, in englisch kann ich mich nicht so gut ausdrücken, da kommen meine Lieder flach rüber“, sagt er. In der deutschen Sprache gebe es hingegen zum Beispiel zehn verschiedene Wörter, um auszudrücken, dass man bedrückt ist. So kämen seine Texte besser zur Geltung. Prats sieht darüber hinaus keinen Grund auf englisch zu singen, weil derzeit viele deutsche Hip-Hop-Künstler angesagt seien.

Das Album hat Prats selbst produziert – in einem selbstgebauten Studio im Keller, nachdem er jahrelang noch im Kinderzimmer an seinen Werken gearbeitet hat. Geld, das er zu Weihnachten oder Geburtstagen geschenkt bekommen oder selbst verdient hat, hat der Musiker in das Studio gesteckt. So konnte er eine Gesangkabine einbauen sowie Mikrofone oder Boxen anschaffen. Fünf bis sechs Stunden am Tag macht Prats dort Musik. Für einen Song braucht er manchmal nur wenige Tage, manchmal auch deutlich länger.

„Auf dem Album versuche ich noch meinen Stil zu finden“, sagt Prats. In seinen Liedern geht es vor allem um menschliche Beziehungen und um das Leben in der Gesellschaft. „Die Leute sollen sich umgucken, was um sie herum passiert und sollen nicht egoistisch durch die Welt gehen“, sagt der Musiker und appelliert an seine Hörer. „Aber natürlich ist auch ein Lovesong dabei.“

Nebenbei studiert Prats Musikproduktion an einer privaten Uni in Köln. Zuvor hat er eine Ausbildung zum Tontechniker gemacht. Da er derzeit nur noch seine Abschlussarbeit anfertigen muss, habe er „zum Glück“ viel Zeit für seine eigene Musik.

Seine beruflichen Ziele sind schon jetzt klar: „Ich würde gerne in meinem eigenen Tonstudio arbeiten und auch für andere Künstler Songs machen.“ Auch an seiner eigenen Karriere will er weiterarbeiten, Live-Auftritte sind bald geplant. Bis dahin musiziert Prats weiter in seinem Studio-Keller.