Grevenbroich: Musik, Laser-Kunst und warmes Bier im Stadtpark

Grevenbroich: Musik, Laser-Kunst und warmes Bier im Stadtpark

Weil das Catering nicht klappte, gab's viele enttäuschte Gesichter bei einer guten Veranstaltung.

Gut, es lässt sich darüber streiten, ob ein Pils in einem Alt-Becher serviert werden darf. Eines ist aber unstrittig: Das, was sich in dem Glas befindet, sollte zumindest eines sein - kalt. Die Tatsache, dass das Bier größtenteils warm und darüber hinaus auch nicht zügig genug über den Tresen kam, trübte eine Veranstaltung, die im Grunde genommen recht gut war.

"Kunst und Musik im Park" lockte am Freitagabend viel Publikum auf diese Wiese hinter dem Museum - doch weil die "Versorgung" nicht klappte, gab es auch viele enttäuschte Gesichter. Vor allem beim Grevenbroicher Kunstverein, der das Sommer-Spektakel gemeinsam mit dem städtischen Kulturteam und GWG als Sponsor organisiert hatte. "Das Catering war eine Katastrophe", wetterte Vorsitzender Professor Hans-Rainer Willmen: "Komplett überfordert."

Weil das so war, hatten sich etliche Besucher kurzfristig auf Selbstversorgung umgestellt. Es wurde Flaschen- oder sogar Fassbier organisiert, manche rückten angesichts langer Schlangen an der Würstchenbude mit Picknickkörben im Stadtpark an. "Das hätte alles nicht sein müssen", sagt Hans-Rainer Willmen, der der Gastronomie "eine glatte sechs" bescheinigte.

Los ging es bereits um 18 Uhr - doch um diese Zeit strömten die Besucher noch nicht in Massen auf die Museumswiese. "Vielleicht wegen der Hitze, vielleicht auch, weil sie freitags ein wenig länger brauchen, um das Wochenende einzuläuten", meinte Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack, der für den Kunstverein die Musik bestellt hatte. Ohnehin hätten die Kunstliebhaber um Professor Willmen die Veranstaltung viel lieber auf Samstag gelegt - doch auf diesen Termin hätte man sich mit dem Hauptsponsor nicht einigen können, sagt der Vorsitzende.

  • Grevenbroich : Hunderte Besucher im Finlay-Park

Das Musikprogramm war gut: Die One-Man-Band Rocco Recycle unternahm mit den Besuchern einen Ausflug in die 80er Jahre - mit Hits von Billy Idol bis Motörhead. Und die Band "Policeman's Sting" erinnerte mit Nummern wie "So lonely" oder "Message in a bottle" an die unvergessene Gruppe "The Police".

Mit Einbruch der Dunkelheit kehrte Andächtigkeit ein: Professor Rainer Plums Laser-Kunstwerk "Das Zerfließen der Räume" tauchte den Stadtpark in ein mystisches Licht. Zu der Installation klang Musik des Komponisten Thomas Lefeldt, die von vielen Besuchern - nett ausgedrückt - als "zu experimentell" beschrieben wurde. Aber so ist das nun einmal mit der Kunst. Schöner Nebeneffekt: Der künstliche Nieselregen, der die Lichtinstallation erst sichtbar machte, sorgte für Abkühlung bei der nächtlichen Schwüle.

Rund 12.000 Euro hat der Kunstverein in diese Aktion investiert. Zwischen 2000 und 3000 Menschen dürften am Freitag in den Stadtpark gekommen sein, vermutet Professor Hans-Rainer Willmen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mystische Lichtspiele im Finlay-Park

(NGZ)