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Grevenbroich: Museums-Fassade soll im Frühjahr saniert werden

Grevenbroich : Museums-Fassade soll im Frühjahr saniert werden

Der Villa Erckens drohen Wasserschäden. Mit Hilfe von Sponsoren will die Stadt das historische Gebäude schnellstmöglich instand setzen.

Trotz eines Defizits von 35,6 Millionen Euro konnte Bürgermeisterin Ursula Kwasny bei der Vorstellung des Etat-Entwurfs für 2014 ein wenig Optimismus verbreiten: Sie geht davon aus, dass die Fassade der Villa Erckens im nächsten Jahr trotz Sparzwängen endlich saniert werden kann. Das dafür notwendige Geld — etwa 180 000 Euro — soll zum großen Teil aus der Tasche von Sponsoren fließen, die Kwasny für dieses Projekt gewinnen konnte.

Foto: Tinter, Anja (TA01)

Das Innere des 126 Jahre alten Industriellen-Hauses wurde aufwendig saniert, im März 2012 konnte dort das "Museum der niederrheinischen Seele" eröffnet werden. Für die Außenhaut der Villa blieb jedoch kein Geld übrig, obwohl auch sie dringend instand gesetzt werden muss. "Hierbei geht es nicht um Schönheitsreparaturen", bekräftigt Thomas Wolff vom städtischen Kulturteam: "Dem historischen Gebäude drohen massive Schäden."

Foto: Reuter

An der Fassade des Museums sind deutliche Risse zu sehen, an manchen Stellen bröckelt der Putz ab. "Es besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit in das Innere des Hauses vordringt", schildert Wolff: "Das wäre schlimm, da die Räume gerade erst restauriert wurden." Dass eine Sanierung so schnell wie möglich erfolgen muss, machte die Bürgermeisterin jetzt auch vor den Ratsmitgliedern deutlich: "Das ist eine aus baufachlicher und denkmalpflegerischer Sicht unumgängliche, substanzerhaltende und zwingende Maßnahme", sagte sie.

Laut Kwasny hätten "öffentliche Förderer" ihre finanzielle Unterstützung bei diesem Sanierungs-Projekt signalisiert, darüber freue sie sich außerordentlich. Thomas Wolff, der den Kontakt zu den Sponsoren hält, geht davon aus, dass in den nächsten vier bis fünf Wochen die letzten Fördermittel bei der Stadt eintreffen werden. "Dann können wir mit der Ausschreibung der Arbeiten beginnen", sagt er. Nach dem jetzigen Stand würde die Hälfte der Sanierungskosten "von Dritten" übernommen.

Läuft alles glatt, soll mit der Sanierung im nächsten Frühjahr begonnen werden. Die Fassade mit einer Gesamtfläche von etwa 1500 Quadratmetern muss gesandstrahlt werden, bevor die Risse und Löcher fachmännisch verspachtelt und der Haftgrund erneuert werden können. Danach folgt der Anstrich. Und nicht nur das: Auch Rinnen müssen ausgebessert werden, ebenso Stuckverzierungen, von denen einige bereits abbröckeln. Auch das große, vergoldete "E", das für den ehemaligen Besitzer Oskar Erckens stand, hat mittlerweile gelitten.

Dass das imposante Haus in absehbarer Zeit seinen letzten Schliff erhalten wird, freut Thomas Wolff: "Schließlich ist es nicht nur im Inneren, sondern im Gesamten ein museales Stück", sagt er. Denn geplant und gebaut wurde das Gebäude von dem bekannten Kölner Architekten Hermann Otto Pflaume (1830—1901), der als der Begründer der Neo-Renaissance französischer Prägung im Rheinland gilt. "Die Villa reiht sich in die Architekturgeschichte der Region ein", meint Wolff: "Es ist gut, dass wir dieses Gebäude instand halten können."

(NGZ)