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Grevenbroich: Museums-Design kommt aus Grevenbroich

Grevenbroich : Museums-Design kommt aus Grevenbroich

Die Grevenbroicher Agentur "Lockstoff Design" hat das Museum "Paläon" im niedersächsischen Schöningen gestaltet. Dafür gibt es den renommierten Designpreis Red Dot Award. Für die Macher war die Arbeit enorm spannend.

Susanne Coenen ist die Begeisterung deutlich anzumerken. Zusammen mit Nicole Slink ist sie Geschäftsführerin der Grevenbroicher Agentur "Lockstoff Design" — und damit eigentlich ziemlich weit weg von allem, was mit Paläontologie zu tun hat. Über die Schöninger Speere jedoch kann Susanne Coenen referieren wie ein Profi. Anderthalb Jahre lang hat sie sich beruflich intensiv mit jenen rund 300 000 Jahre alten Sensationsfunden beschäftigt, die Archäologen zwischen 1994 und 1998 im niedersächsischen Schöningen entdeckt haben. Dort wurde im Juni das Museum "Paläon" eröffnet, bei dessen Gestaltung die Agentur "Lockstoff Design" federführend mitverantwortlich war. Nach dem erfolgreichen Start des Forschungs- und Erlebniszentrums erhalten das "Paläon" und "Lockstoff Design" nun den international renommierten Designpreis Red Dot Award.

Bei den Schöninger Speeren handelt es sich um die ältesten Jagdwaffen, die bislang gefunden wurden. "Dadurch haben die Forscher einen ganz neuen Blick auf das Leben in der Altsteinzeit gewinnen können", sagt Susanne Coenen. So lieferte der Fundort Aufschlüsse darüber, dass der Homo heidelbergensis — er ging aus dem Homo erectus hervor und entwickelte sich schließlich zum Neandertaler weiter — zielgerichtet handeln und kommunizieren konnte. "Es war ungemein spannend, die Arbeit der Forscher nachzuvollziehen — insbesondere mit Blick auf die Gestaltung des Museums", betont Susanne Coenen.

Diese Faszination sollte sich im Design widerspiegeln — auch, um sie auf die Besucher der Ausstellung zu übertragen. Dass dies gelungen ist, beweist die Vergabe des Red Dot Awards im Bereich "Communication Design". Ein Blick in das Museum macht die Begeisterung der Juroren schnell verständlich: Der hochmoderne Bau besticht in seinem Inneren durch eine klare und durchgängige Formen- und Zeichensprache. Die Bildwelt zeigt eine Balance aus Forschung und Erlebnis, die Fotografie spielt mit Farbe, Schärfe und Unschärfe — und macht neugierig auf einen Besuch. "Um die Vielfältigkeit des Paläon abzubilden, wurde eine Vielzahl von Piktogrammen entwickelt, deren Stil an die Höhlenmalerei von Urmenschen erinnert und gleichzeitig das Corporate Design aufgreift", erklärt Susanne Coenen. Als "Corporate Design" wird das einheitliche Erscheinungsbild bezeichnet.

Die Arbeit von "Lockstoff Design" kam bei der international besetzten Expertenjury an. In mehrtägigen Sitzungen bewertete sie rund 6800 Einrichtungen. Nur die besten werden mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Den Preis nehmen das Team des "Paläon" und von "Lockstoff Design" am 18. Oktober im Konzerthaus Berlin entgegen.

(NGZ)