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Grevenbroich: Museum zeigt Textil-Kunst

Grevenbroich : Museum zeigt Textil-Kunst

Die erste große Ausstellung im neuen "Museum der niederrheinischen Seele" wird gerade vorbereitet. Die Düsseldorfer Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn zeigen darin viele ihrer preisgekrönten Textil-Kunstwerke.

Der Katalog, den Wolfgang Horn und Barbara Esser mitgebracht haben, lässt Spannendes erwarten. Die beiden Künstler, die seit 18 Jahren zusammenarbeiten, geben einen Ausblick auf ihre Ausstellung "beSToff". Vom 15. September bis 20. Januar 2013 zeigt das Künstlerduo in der Villa Erckens eine Werkschau mit vielen ihrer prämierten Textilkunstwerke aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. Für Thomas Wolff vom Kulturamt der Stadt, Professor Hans-Rainer Willmen vom Kunstverein und Jens Budke vom Sponsor Sparda-Bank die Ideallösung für die erste große Ausstellung nach der Eröffnung des neuen "Museums der niederrheinischen Seele". "Die Villa Erckens ist ja eng mit der Textilgeschichte in unserer Stadt verbunden", sagt Wolff.

Die Künstler Wolfgang Horn und Barbara Esser bereiten ihre Ausstellung "beSToff" vor, die im Museum der niederrheinischen Seele gezeigt wird. Foto: M. Reuter

Das 1887/1888 errichtete Gebäude war schließlich einst das Wohnhaus des Textil-Unternehmers Oskar Erckens. Die Geschichte der prächtigen Villa im Stadtpark hat daher auch Barbara Esser und Wolfgang Horn gepackt. "Wir haben uns darüber informiert. Es ist immer wichtig, die Geschichte eines Hauses bei einer Ausstellung zu kennen", sagt Horn.

Zu den Arbeiten der beiden Düsseldorfer Künstler gehören textile Webstoffe sowie Animationen und Objekte, die stets den Bezug zu Textilien herstellen. Dabei werden zeitgenössische Themen aufgegriffen. Mal wird eine Platine nachgewebt, in einem anderen Werk entsteht das Bild ganzer Straßenzüge aus alten Preisetiketten, indem diese mit fotografierten Häuserfassaden versehen werden. Ausgestellt wird auch die Arbeit "Pixel 1", für die Esser 2007 den Staatspreis für das Kunsthandwerk in NRW erhielt.

Bei aller Abwechslung ist den Werken von Barbara Esser und Wolfgang Horn eines stets gemein: Sie verdeutlichen, wie aus einem tausendfachen Prozess, dessen einzelne Schritte beinahe unsichtbar sind, etwas geschaffen wird – so wie beim Weben zum Beispiel ein Tuch oder Teppich entsteht. Die Künstler machen die vielen kleinen Arbeitsschritte, die zum Endprodukt führen, sichtbar. Das ist das "Pixelige" in ihrer Arbeit – ein Schärfen der Sinne. "Webstoff 2.0" könnte man das im Computerzeitalter nennen. Der Bezug zur Gegenwart ist den Künstlern wichtig – wohlwissend, dass sie in der Tradition eines jahrhundertealten Handwerks stehen.

Wichtig ist Barbara Esser und Wolfgang Horn zudem die Vermittlung ihrer Kunst. Während der Ausstellung sind daher auch Workshops mit Schülergruppen aus Mönchengladbach und Krefeld – die Städte wurden wegen ihrer blühenden Textilindustrie im 19. Jahrhundert als "rheinisches Manchester" bezeichnet –, aber auch aus Grevenbroich geplant. "Textilgeschichte wird so anschaulich gemacht", sagt Thomas Wolff. Barbara Esser und Wolfgang Horn freuen sich auf die Workshops.

(NGZ)