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Grevenbroich: Museum wird vermarktet

Grevenbroich : Museum wird vermarktet

Hochzeiten, Partys und Kindergeburtstage können jetzt im "Museum der niederrheinischen Seele" veranstaltet werden. Die Villa Erckens steht nun auch für private Feiern offen. Preiswert ist dieser Service jedoch nicht.

Verzierter Stuck an den Decken, Holz und Fliesen auf den Böden, außergewöhnliche Wandtapeten: Wo sich einst der Industrielle Oskar Esser seinen Traum von einer repräsentativen Villa erfüllte und mit seiner Familie feierte, können künftig auch Privatleute feiern: Das neue "Museum der Niederrheinische Seele" wird zur exklusiven Event-Location.

Die freilich nicht ganz preiswert zu haben ist: Knapp 200 Euro soll etwa eine maximal vierstündige Hochzeitsfeier kosten, etwa 350 Euro ein Partyabend — hinzu kommen die Kosten für den Sicherheits- und Schließdienst. Etwas günstiger (70 Euro) ist ein zweistündiger Kindergeburtstag zu buchen. Während der Öffnungszeiten kann die Villa für 50 Euro die Stunde gemietet werden. "Wir haben bereits einige Anfragen", sagen Erster Beigeordneter Michael Heesch und Kulturamts-Chef Stefan Pelzer-Florack. Dies zeige: "Der Bedarf für ein solches Angebot ist definitiv gegeben."

Noch muss der Stadtrat offiziell sein "Okay" geben. Doch dass dies am morgigen Donnerstag geschehen wird, kann als sicher gelten. Denn die Pläne, das aufwendig und mit neuem Konzept realisierte Gebäude vielfältig zu nutzen, liegen schon seit längerem in der Schublade. Dabei wird die Exklusivität nicht nur über den Mietpreis geboten, sondern auch über das Limit für die Veranstaltungen. "Es soll nicht mehr als zwölf Vermietungen für private Feste geben", sagt Heesch.

Woher dieses Limit kommt, erläutert Stefan Pelzer-Florack: "Im Museum gibt es bereits ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, auch an Abenden." Deshalb sei nicht jeder Miettermin möglich. In dieser Woche ist das Haus etwa noch Bühne für die Gitarrenwochen, am 19. Oktober wird Stefan Verhasselt nochmals mit seinem neuen Programm "Niederrhein 3.0" auftreten. Und auch in den Herbstferien wird das Museum nicht nur als Ausstellungsraum genutzt. "Wir haben pädagogische Workshops für Kinder organisiert, konnten dazu mit Ann-Kathrin Schwedhelm eine zweite Unterstützerin gewinnen", sagt Pelzer-Florack. Ob Klassiker wie die Brikettmalwerkstatt oder Basteln von Turmkatzen — noch könnten Plätze gebucht werden.

Der Volkshochschul- und Kulturausschuss hatte im Juni grünes Licht für die Vermietung der Villa Erckens gegeben, im September stimmte auch die Bezirksregierung Düsseldorf diesem Vorhaben zu. "Neben der kulturellen und musealen Kernaufgabe kann die historische Villa Erckens nun zusätzlich attraktiv genutzt werden", meint Michael Heesch: "Wir folgen damit der Praxis anderer Museen und Ausstellungshäuser in der Region."

(NGZ/rl)