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Grevenbroich: Museum sucht Erinnerungen

Grevenbroich : Museum sucht Erinnerungen

Am "Museum der Niederrheinischen Seele" in der Villa Erckens können die Grevenbroicher kräftig mitwirken. Die Stadt sucht jetzt Dauerleihgaben über den Arbeitsalltag in früheren Industrieunternehmen von Buckau bis Quäker.

Die Räume für die neue Ausstellung sind noch leer, aber die Arbeiten fürs neue "Museum der Niederrheinischen Seele" laufen auf Hochtouren. Das Konzept erhält laut Kulturdezernent Michael Heesch zurzeit "seinen Feinschliff", auch die Gestaltungsplanung für die Räume kommt voran. "Eine komplett neue Dauerausstellung zu schaffen – das sind Sternstunden für ein Museum", sagt Thomas Wolff, Mitarbeiter des Kulturfachbereichs. Neun Themenräume mit klangvollen Namen wie "Kost-Proben" und "Redens-Arten" sollen den Besuchern in einer modernen Präsentationsform das niederrheinische Wesen näherbringen – und daran können die Grevenbroicher kräftig mitwirken. Die Stadt sucht Exponate zu mehreren Ausstellungsthemen. Als erstes gefragt sind Dauerleihgaben zu "verschwundenen Arbeitswelten".

"Lukullus – Delikatess-Silberzwiebeln" steht auf dem Glas, das Thomas Wolff aus dem Regal holt. Das Haltbarkeitsdatum dürfte um Jahre überschritten sein, aber das kleine, einst bei Erftland-Konserven in Elsen gefüllte Glas zeugt von der vielseitigen Industriegeschichte in Grevenbroich ab dem 19. Jahrhundert. Die Uhlhornsche Kratzenfabrik und die Textilfabrik Erckens, Grönland, die Zuckerfabriken von Pfeiffer und Langen, die Maschinenfabrik Grevenbroich (später Buckau-Wolf) oder die für ihre Haferflocken bekannte Quäker-Mühle: Die alten Namen sind Grevenbroichern noch präsent, auch wenn die Schornsteine vieler Firmen verschwunden sind, ihre Firmenhallen längst abgerissen wurden oder anderen Zwecken dienen. Die Industriegeschichte ist Thema im Raum "Druck-Werke" im Keller des Museums. Der Grund für den ungewöhnlichen Namen: "Im Mittelpunkt des Raums steht die von Diedrich Uhlhorn 1817 entwickelte Münzprägemaschine, Prototyp für viele spätere Maschinen", erzählt Thomas Wolff.

Darum herum sollen sich Medienecken und Vitrinen gruppieren. "Für die Ausstellung und den Sammlungsbestand suchen wir Erinnerungsstücke von Grevenbroichern zum Arbeitsalltag" , so Wolff. Das können der alte Arbeitskittel mit Firmenemblem ebenso sein wie Fotos oder die zum Dienstjubiläum geschenkte Uhr, eine Urkunde oder ein Dienstausweis. "Uns interessiert aber nicht nur das Exponat, sondern auch die Geschichte, die dahinter steckt – und Erinnerungen von Menschen, die früher in den Fabriken gearbeitet haben", sagt Wolff.

Selbstverständlich würden die Dauerleihgaben gut behandelt, "und die Ausstellungsstücke werden um kurze biografische Angaben zum Besitzer und Leihgeber und seine Erinnerungen ergänzt." Wer etwas fürs Museum hat, kann sich unter Tel. 02181 608641 an Wolff (E-Mail: thomas.wolff@grevenbroich.de) wenden.

(NGZ)