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Grevenbroich: Museum: Kupferrohre für 7000 Euro gestohlen

Grevenbroich : Museum: Kupferrohre für 7000 Euro gestohlen

Sechs Mal haben Kupferdiebe an der Villa Erckens die teuren Rohre abgerissen. Die Stadt stellt deshalb jetzt auf Kunststoff-Regenrinnen um. Dachdecker Holl setzt Belohnung zur Ergreifung der Täter aus.

Dachdeckermeister Uwe Holl hat "die Schnauze voll!", wie er selbst sagt: Bereits zum sechsten Mal musste er teure, gestohlene Kupfer-Regenrohre an der Villa Erckens ersetzen und die Schäden durch die gewaltsame Demontage ausbessern. Dabei sei der Stadt Grevenbroich durch den oder die Kupferdiebe mittlerweile ein Schaden von mehr als 7000 Euro entstanden, rechnet Holl vor, der sich selbst als emotional betroffen outet: "Ich freue mich als Unternehmer eigentlich über jeden Auftrag. Aber durch Vandalismus und Kupferdiebstahl werden hier öffentliche Gelder verbrannt, die an anderer Stelle schmerzlich fehlen", sagt er.

Alleine in den vergangenen 48 Stunden seien erneut Kupferrohre für 2000 Euro an der Villa Erckens gestohlen worden. Holl meint, es könne sich um ein und denselben Täter handeln, der seit August 2015 jetzt zum sechsten Male die wertvollen Rohre gewaltsam abgerissen habe. Das schließt er aus zwei Anhaltspunkten: "Der Täter muss wissen, wie wertvoll Kupferrohre sind und dafür auch einen Abnehmer haben", meint Holl, der sogar 500 Euro aus eigener Tasche als Belohnung für Täterhinweise aussetzt. Dies tue er aber nur unter einer Bedingung: "Der Täter muss dann auch dazu verurteilt werden, etwas für die Kinder in unserer Stadt zu spenden", sagt der Vater eines Sohnes und eines Pflegekindes.

Die Stadtverwaltung geht jetzt dazu über, die gestohlenen, teuren Kupferrohre durch Kunststoff-Regenrohre an der Villa Erckens zu ersetzen. Denn der oder die Täter ließen sich laut Holl auch nicht dadurch abschrecken, dass der Dachdeckermeister die Kupferrohre mit massiven Zusatzsicherungen befestigt hatte. Der 51-Jährige sagt: "Die Verwaltung hat sich verständlicherweise dazu entschieden, PVC-Rohre zu montieren. Optisch wird diese Maßnahme dem Objekt aber mit Blick auf den Denkmalschutz nicht gerecht." Der Handwerksmeister appelliert: "Den Tätern sage ich ganz klipp und klar: Grevenbroich fehlt an allen Ecken und Kanten das Geld. Hier wird Kapital verbrannt, das zum Beispiel für Kindereinrichtungen, Schulen und Sport fehlt." Er hoffe, dass der oder die Täter gefasst werden und nicht nur den Schaden ersetzen müssen, sondern auch zu einer gleichhohen Geldbuße für Kindereinrichtungen verurteilt werden, sagt Holl.

Bei der Polizei im Rhein-Kreis Neuss werden Diebstähle von Kupferrohren laut Sprecher Hartmut Batz nicht gesondert erfasst. Und die Aufklärungsquote sei nicht besonders hoch, gibt er zu. Die Polizei im Rhein-Kreis erfasst aber generell Metalldiebstähle. Sie nahm im Jahr 2015 in Grevenbroich 21 und in diesem Jahr bisher zwölf solcher Delikte zur Anzeige. Im gesamten Kreis wurden laut Hartmut Batz im vergangenen Jahr 137 Metalldiebstähle angezeigt.

Nennenswerte Fahndungserfolge nach Kupferdieben hat es zuletzt 2013 und 2011 in Grevenbroich gegeben. Mit einem Hubschrauber machte die Polizei Jagd auf Kupferdiebe in Gustorf und konnte zwei Täter festnehmen. Zehn Diebe wurden 2011 geschnappt, die zwei Tonnen Kupferkabel beim GWG erbeutet hatten.

(NGZ)