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Grevenbroich: Museum: Kreis gibt Geld, aber das ist nicht genug

Grevenbroich : Museum: Kreis gibt Geld, aber das ist nicht genug

In der Fassade sind Risse, der Villa Erckens drohen Wasserschäden. Die Stadt kann die Sanierung nicht bezahlen. Jetzt will der Kreis helfen.

Die Stadt soll aus dem Kreis-Haushalt rund 15 000 Euro für die Sanierung der Museumsfassade erhalten. Dafür hat sich jetzt der Finanzausschuss ausgesprochen. "Das war eine Einzelfall-Entscheidung", stellt Dieter Welsink, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, klar: "Die Haushaltslage in Grevenbroich ist schlecht, daher haben wir schweren Herzens diesen Zuschuss mitgetragen."

Risse im Mauerwerk: Die Fassade der Villa muss dringend saniert werden. Foto: Tinter, Anja (TA01)

Bürgermeisterin Ursula Kwasny freut sich über die Entscheidung, obwohl sie weiß, dass mit der in Aussicht gestellten Finanzspritze längst nicht alle Kosten abgedeckt werden können. "Wir brauchen insgesamt etwa 186 000 Euro für dieses dringend notwendige Projekt", meint die Verwaltungschefin. Kwasny hofft nun auf weitere Zuschüsse. Denn neben dem Rhein-Kreis hat die Stadt auch noch weitere potenzielle staatliche Geldgeber um Unterstützung gebeten. "Ich denke, dass wir zur Jahresmitte mehr Klarheit haben werden. Dann werden wir wissen, wer uns unterstützen wird", so die Bürgermeisterin.

Vor dem Hintergrund der maroden Grevenbroicher Haushaltslage wurde im Kreis-Finanzausschuss auch eine grundsätzliche Frage gestellt: Welche Gebäude sollte die öffentliche Hand behalten, und welche sollte sie veräußern? Auf eine solche Diskussion möchte sich Ursula Kwasny nicht einlassen — zumindest nicht im Fall der Villa Erckens: "Das Museum können wir auf keinen Fall verkaufen, da es mit zweckgebundenen Mitteln eingerichtet wurde. Bei einer Veräußerung des Hauses müssten wir sämtliche erhaltenen Zuschüsse wieder zurückzahlen."

Gleichwohl lässt die Bürgermeisterin durchblicken, dass sich der städtische Finanzausschuss in seiner nächsten Sitzung mit dem Verkauf von stadteigenen Immobilien und Grundstücken beschäftigen wird. "Wir werden alles auf den Prüfstand stellen, etwa die ehemaligen Schulen in Laach und Noithausen, die in den vergangenen Jahren zu Begegnungszentren ausgebaut wurden", meint Ursula Kwasny. Ob sich die Politiker von diesen oder anderen Objekten trennen werden, sei jedoch unklar. "Diese Diskussion wurde ja schon sehr kontrovers unter meinen Vorgängern Theo Hoer und Axel Prümm geführt", erläutert die Bürgermeisterin.

Für das Museum hofft sie, dass die Zuschüsse möglichst rasch fließen werden. "Wir haben das Haus im Vorjahr hervorragend umgebaut, nur für die Fassade war kein Geld mehr übrig", meint Ursula Kwasny. Da in der Außenhaut des 125 Jahre alten Gebäudes schon beachtliche Risse klaffen, bestehe die Gefahr, dass es zu größeren Wasserschäden kommen könnte.

(NGZ/ac)