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Museum in Grevenbroich will Sammlung aktualisieren

Museum der Niederrheinischen Seele in Grevenbroich : Museum will Sammlung aktualisieren

Die Dauerausstellung im Museum der Niederrheinischen Seele soll sechs Jahre nach ihrer Eröffnung weiterentwickelt werden. Die CDU-Fraktion beantragt, Kosten dafür zu ermitteln und Geld im Haushalt einzuplanen.

Riemchentorte auf dem Teller, Schützenfest-Filme und Mundart-Kostproben – sie alle symbolisieren die niederrheinische Seele in der Dauerausstellung in der Villa Erckens. Doch nun ist es Zeit, die vor sechs Jahren eröffnete Ausstellung weiterzuentwickeln. Die CDU-Fraktion hat beantragt, dass die Verwaltung die für Planung und Umsetzung erforderlichen Kosten ermittelt und Geld im Haushalt einstellt.

Noch stehen die Überlegungen am Anfang. „Das Konzept für das Museum wurde von 2006 bis 2008 entwickelt, danach wurde die Ausstellung realisiert und 2012 eröffnet“, erklärt Thomas Wolff, Fachdienstleiter für Museum und Volkshochschule. „Nun sind wir sechs Jahre weiter. Die Technik hat sich weiterentwickelt. Manches lässt sich mit heutigen Möglichkeiten anders präsentieren.“ Eine weitere denkbare Änderung sei eine neue Besucherführung, etwa ein Audio-Guide-System, das es bislang in der Villa nicht gibt.

Wolff betont, dass die Dauerausstellung nach wie vor für Führungen gebucht werde, dass Besucher etwa aus Düsseldorf, Viersen oder Mönchengladbach nach Grevenbroich kommen. 12.000 Besucher zählt das Museum im Jahr. Auch viele, die für eine der Wechselausstellungen kommen, werfen einen Blick in die Räume der „Niederrheinischen Seele“. „Die Ausstellung hat einen originellen Ansatz, aber wir müssen sie pflegen und weiterentwickeln“, sagt Wolff. Genau das soll nun geschehen. Mit im Boot ist dabei wieder das Büro Ulrich Hermanns, das bereits das Ausstellungskonzept zusammen mit der Stadt erstellt hatte. Ideen entwickeln und prüfen, dann überlegen, was geändert werden soll, lautet die Devise. Ein Beispiel, das Thomas Wolff nennt: „Die Flächen in dem großen Tagebau-Puzzle entsprechen nicht mehr der heutigen Planung.“ Zu überlegen sei, ob auch angesichts der Diskussion um die Braunkohle eine Aktualisierung vorgenommen werden solle. Geprüft wird zudem, ob neue Ausstellungsgegenstände gezeigt werden sollen. Im Archiv des Museums schlummert so manches Interessante, das dem Besucher bislang verborgen bleibt. „Wir haben eine Reihe von Schenkungen und Dauerleihgaben erhalten“, berichtet Wolff. Etwa das Modell des Amphitruck aus den 1980er Jahren. Die Grevenbroicher Maschinenfabrik Buckau R. Wolf war an der Entwicklung des Lkw beteiligt, der auf der Straße und zu Wasser Lasten transportieren sollte. Oder das große, funktionstüchtige Modell eines Braunkohlebaggers, mit dem Buckau einst stolz auf Messen demonstrierte, was das Unternehmen so alles kann. Derzeit wartet der Bagger in zwei Kisten verpackt auf seinen erneuten Einsatz.

Die Kunst für die Museumsexperten: Neue Exponate müssen zum einen auffallen, sich zum anderen aber in das Konzept einfügen. So wie es mit dem Film „1ha 43a – Sechs Versuche, sich dem Land zu nähern“ geschehen ist. Das Filmprojekt von Monika Pirch wurde nachträglich in die Ausstellung integriert.