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Grevenbroich: Museum braucht neue Fassade

Grevenbroich : Museum braucht neue Fassade

Auch die Licht-Installation konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die Fassade des Museums muss saniert werden. Es droht Wasser einzudringen. Eine Reparatur würde etwa 130.000 Euro kosten – doch der Stadt fehlt das Geld.

Auch die Licht-Installation konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Die Fassade des Museums muss saniert werden. Es droht Wasser einzudringen. Eine Reparatur würde etwa 130.000 Euro kosten — doch der Stadt fehlt das Geld.

Für die Aktion "Insel im Licht" setzte der Künstler Wolfgang Flammersfeld vor wenigen Wochen die Villa Erckens prächtig in Szene. Seine außergewöhnlichen Projektionen beeindruckten die Besucher des Kunst-Spektakels. Und mancher war der Meinung, dass das Museum immer so angestrahlt werden sollte. Auch, um damit von der zunehmend hässlicher werdenden Fassade abzulenken — zumindest wenn's dunkel wird.

Buntes Licht wird der Villa aber kaum nutzen. Denn die gelb-weiße Außenhaut des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes ist mit Rissen übersät, und das birgt Gefahren. "Die Fassade ist stark sanierungsbedürftig", erklärt Kulturdezernent Michael Heesch: "Ein Architekt hat uns davor gewarnt, dass Wasser eindringen kann. Kommt auch noch Frost hinzu, wird das mittelfristig zu Problemen in Form von erheblichen Schäden führen."

Die Villa Erckens wird zurzeit zum "Museum der niederrheinischen Seele" umgebaut. Nachdem die Kellerräume in den vergangenen Monaten aufwendig trockengelegt wurden, läuft zurzeit der Innenausbau, in etwa drei Wochen werden die ersten Vitrinen im ersten Stockwerk aufgebaut.

Das Projekt kostet rund 1,2 Millionen Euro, und es ist damit um etwa 800.000 Euro preiswerter als ursprünglich geplant. "Wir haben das Vorhaben aus finanziellen Gründen abgespeckt. Gespart wurde aber nicht am Ausstellungskonzept, sondern an technischen Dingen", erklärt Heesch. Unter anderem wurde auch auf die etwa 130.000 Euro teure Sanierung der Außenfassade verzichtet.

Doch die wird über kurz oder lang notwendig, meint der Kultur-Chef und Erste Beigeordnete. "Es geht hierbei aber keinesfalls um Schönheitsreparaturen, sondern um den Erhalt von städtischem Vermögen, was die Villa nun einmal darstellt", stellt Michael Heesch klar.

Aktuell sei zwar keine Gefahr in Verzug — aber: "Je länger man mit der Sanierung abwartet, umso größer werden die Schäden. Perspektivisch werden wir Probleme bekommen." Der Dezernent hält es für sinnvoll, dass dieses Thema in den Haushalts-Klausuren behandelt werden sollte, mit denen die Fraktionen nach der Etat-Vorstellung am 8. Dezember beginnen werden.

Angesichts der angespannten Finanzlage sind 130.000 Euro viel Geld für die Nothaushaltskommune Grevenbroich. Vor diesem Hintergrund sucht die Bürgermeisterin einen Sponsor, der die Zeche übernimmt. "Große Hoffnung", meint Ursula Kwasny, "habe ich in dieser Sache aber nicht."

(NGZ)