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Müll-Skandal: Grevenbroich lässt viele tausend alte Bierdosen entsorgen

Müll-Skandal in Grevenbroich : Stadt lässt Tausende alte Bierdosen entsorgen

Der Verantwortliche ist immer noch unklar, der schwere Sattelauflieger wurde ohne Kennzeichen abgestellt und seine Fahrgestellnummer weist auf ein britisches Fahrzeug hin. Nach vielen Tagen ließ die Stadt die stinkende Fracht nun entsorgen.

Erst löste der Gestank des überlagerten Bieres einen Chemiealarm aus und brachte Grevenbroich bundesweit in die Schlagzeilen. Dann war der mysteriöse Anhänger plötzlich verschwunden – und tauchte einen Tag später im Gewerbegebiet Ost wieder auf.

Nun ist die Ladefläche leer: Das Ordnungsamt hat die bitter-süßlich miefende Fracht entsorgen lassen. Der Auflieger ist durch eine Sperre gesichert. Denn die Stadt will die Entsorgungskosten, mehrere tausend Euro, vom Besitzer erstattet bekommen.

Den Geruch des bei der Hitze fermentierenden Bieres wird Thomas Hildebrand vom Betriebsaußendienst der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) nicht so rasch vergessen: „Es stank bitter-süßlich. Furchtbar!“ In weißen Einmal-Schutzanzügen, mit Gummihandschuhen und einer Maske näherten sich die Helfer der Ladefläche. Müll und einige tausend Fliegen gab es als Zugabe. „Wir mussten rund fünfzehn Kubikmeter an Bierpaletten mit Halbliter-Aludosen umladen“, berichtet Hildebrand.

Die ungenießbare Flüssigkeit wurde in einer EGN-Anlage zur Entsorgung von Speiseresten verklappt. Zuvor hatte ein Bagger mit seiner schweren Schaufel auf den Müllberg ranziger Bierdosen – die überwiegend aus den Niederlanden und aus Polen stammten – geschlagen. „Selbstverständlich entsorgen wir das Aluminium gesondert, so dass es recycelt werden kann.“ Der Unrat von der Ladefläche des Aufliegers ohne Nummernschild musste gesondert entsorgt werden.