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Grevenbroich: Mordfall: Fußballer legt Teilgeständnis ab

Grevenbroich : Mordfall: Fußballer legt Teilgeständnis ab

Der Prozess gegen einen ehemaligen Torjäger aus Grevenbroich soll im nächsten Frühjahr beginnen.

Eine Woche nach Erhebung der Mordanklage gegen einen früheren Fußballer und Trainer aus Grevenbroich sind jetzt weitere Details zur Tat bekanntgeworden. Nach Angaben der Justiz in Tübingen hat der Beschuldigte die Tat gestanden. Der Prozess gegen ihn soll im Frühjahr beginnen.

"Der 44-Jährige hat laut Anklage ein Teilgeständnis abgelegt", erklärte Dr. Thomas Geiger, zuständiger Pressesprecher am Landgericht Tübingen, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion: "Demnach hat er grundsätzlich eingeräumt, das Opfer getötet zu haben."

Eine vorsätzliche Tat will er laut Ermittlungen allerdings nicht geplant haben — offenbar versucht der ehemalige Mittelfeldspieler des TuS Grevenbroich und VfR Neuss, eine Verurteilung wegen Mordes zu verhindern. So sei auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder Totschlags nicht grundsätzlich ausgeschlossen, so der Justizsprecher. Die Staatsanwaltschaft Tübingen ist davon überzeugt, dass es sich um einen "Mord aus Habgier" gehandelt habe.

Demnach soll sich der 44-Jährige Geld von einem Sponsor des VfL Hochdorf geliehen haben. Bei dem Kreisligist aus der Nähe von Tübingen war er vor zwei Jahren Trainer, gleichzeitig soll das Opfer auch sein Vermieter gewesen sein. Letztlich soll er den 61-Jährigen nach einem Streit um Geld erschlagen haben. Der Grevenbroicher soll sich bei dem Sponsor des Schwarzwald-Klubs 100 000 Euro geliehen haben.

Ein Verhandlungstermin für den Mordprozess gegen den Mann steht noch nicht fest. "Meiner Einschätzung nach wird das Verfahren im Frühjahr beginnen", so Thomas Geiger. Unter anderem sollen dann auch Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden. Bei einer Verurteilung wegen Mordes muss der mehrfache Familienvater lebenslang in Haft.

(NGZ)