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Verein "Mandolim" sucht nach Standort für Grundschule: Montessori-Schule in Grevenbroich?

Verein "Mandolim" sucht nach Standort für Grundschule : Montessori-Schule in Grevenbroich?

In Gustorf kursieren die Gerüchte: Eröffnet der "Mandolim"-Verein hier eine Montessori-Grundschule? Alternativ soll angeblich auch nach Räumlichkeiten in Neurath gesucht werden. Die NGZ fragte bei der Stadt Grevenbroich nach. Beigeordneter Michael Heesch bestätigt das Interesse des zukünftigen Schulträgers: "Vor einigen Monaten hat der Verein eine Anfrage an die Stadt gerichtet. Wir haben ihm Räume in Neurath angeboten." Der Verein "Mandolim" möchte 2004/2005 eine Montessori-Grundschule in freier Trägerschaft eröffnen. Zurzeit wird ein Standort gesucht. In der Diskussion ist Gustorf. NGZ-Foto: H. Jazyk

In Gustorf kursieren die Gerüchte: Eröffnet der "Mandolim"-Verein hier eine Montessori-Grundschule? Alternativ soll angeblich auch nach Räumlichkeiten in Neurath gesucht werden. Die NGZ fragte bei der Stadt Grevenbroich nach. Beigeordneter Michael Heesch bestätigt das Interesse des zukünftigen Schulträgers: "Vor einigen Monaten hat der Verein eine Anfrage an die Stadt gerichtet. Wir haben ihm Räume in Neurath angeboten." Der Verein "Mandolim" möchte 2004/2005 eine Montessori-Grundschule in freier Trägerschaft eröffnen. Zurzeit wird ein Standort gesucht. In der Diskussion ist Gustorf. NGZ-Foto: H. Jazyk

Seitdem habe es jedoch keine weiteren Kontakte gegeben. "Unser Angebot ist wohl nicht auf Interesse gestoßen", vermutet Michael Heesch. "Mandolim"-Vorsitzende Agnes Schober bestätigt im Gespräch gegenüber der NGZ, dass Grevenbroich in die engere Wahl für eine neue Montessori-Schule gezogen wird, ergänzt aber: "Wir suchen nach einem Schulgebäude im gesamten Rhein-Kreis Neuss."

Eine Schule in Neurath hält sie nicht für günstig: "Dieser Ort liegt zu weit ab." Ihre Präferenz liegt auf Gustorf. "Die Schule muss so zentral liegen, dass sie für die Schüler und Eltern gut zu erreichen ist." Schober betont auch, dass das zukünftige Schulgebäude nicht zwangsläufig bereits jetzt eine Schule beherbergen muss. "Es muss aber ein Gebäude sein, das den gesetzlichen Vorgaben, etwa zur Größe der Klassenräume, für eine Grundschule entspricht", sagt die Vereinsvorsitzende.

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Eigentlich suche man ein ausreichend großes Gebäude mit einem weiträumigen Garten, aber: "Es ist sehr schwer, so etwas zu finden." Dabei hat der Verein "Mandolim" bereits einen Wunschtermin, wann die Montessori-Schule in freier Trägerschaft erstmals ihre Pforten öffnen soll - im Schuljahr 2004/05. Dies hängt natürlich auch davon ab, wann die Standortfrage entschieden ist. Eines weiß Agnes Schober schon jetzt: "Am Standort Gustorf wäre eine Eröffnung in diesem Jahr nicht mehr möglich."

Zurzeit setzten die Vereinsmitglieder noch auf "Mundpropaganda" - auch, um das Interesse von Eltern an der Montessori-Grundschule auszuloten. Basis für die pädagogische Arbeit ist das Konzept der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori, die sie Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte. Sie etablierte eine "Pädagogik vom Kinde" aus, die die Bedürfnisse der Mädchen und Jungen in das Zentrum stellte - etwa durch die Gestaltung einer kindgerechten Umgebung oder durch Spiel- und Lernmaterial, das das alle Sinne ansprechen und den Lerneifer wecken soll.

Auch das "Mandolim"-Schulkonzept ist eingebettet in die Montessori-Pädagogik. Weiterhin wurden Ideen des natürlichen Lernens von Célestin Freinet aufgenommen. Danach sollen sich die Kinder frei in Schrift, Bild, Musik und Tanz ausdrücken können, in Projekten lernen und die Schule soll sich nach außen öffnen. Auch Ideen der Reformpädagogischen Bewegung wurden berücksichtigt, etwa, dass Kinder keine Noten erhalten, sondern Entwicklungsberichte verfasst werden.

Bereits seit 1997 kämpfen die Mitglieder des Fördervereins für eine staatlich anerkannte Ersatzschule. "Es gab einen langen Rechtsstreit mit der Bezirksregierung, ehe unser pädagogisches Konzept anerkannt wurde", sagt Agnes Schober. Der Verein plant, zunächst zwei altersgemischte Klassen mit "maximal 50 Kindern" einzurichten. Diese sollen von 8 bis 16 Uhr die Schule besuchen. Zum Lehrerteam gehören Montessori-Pädagogen.

Finanziert wird das Projekt zu 87 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen und durch Beiträge von Eltern, Spendern und Sponsoren. Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an den Lehrplänen für Grundschulen in NRW. Nach den vier Jahren soll der Wechsel an Gymnasium, Haupt-, Real- oder Gesamtschule möglich sein.

Das nächste Informationstreffen des Vereins "Mandolim" ist am Montag, 1. März, 20 Uhr im Auerbach-Haus auf der Stadtparkinsel. Infos im Internet unter "www.mandolim.de".

(NGZ)