1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Modellversuch Ganztagsklasse

Grevenbroich : Modellversuch Ganztagsklasse

Die offene Ganztagsbetreuung ist in Grevenbroich sehr gefragt. An der Erich-Kästner-Schule in Orken und an der Gustorfer "Erftaue" beginnt im September ein Versuch mit zwei neu organisierten Gruppen: den Ganztagsklassen.

Die offene Ganztagsbetreuung für Grundschüler ist in Grevenbroich ein Erfolgsmodell. "In manchen Stadtteilen werden bis zu 50 Prozent der Kinder angemeldet", sagt Erster Beigeordneter Michael Heesch. Nach den Ferien startet an zwei Grundschulen eine neue Form der Betreuung: die Ganztagsklassen.

In der Erich-Kästner-Schule in Elsen werden die bereits bestehenden vier Gruppen durch eine neue Fünfte ergänzt. In der Grundschule "Erftaue" in Gustorf wird eine Ogata-Gruppe umgewandelt. Ruth Hennen, Rektorin der Elsener Grundschule, sagt: "Die Eltern reagieren sehr positiv auf dieses neue Angebot."

Was sich hinter dem sperrigen Begriff "Ganztagsklasse" verbirgt, ist eine neue Form der Schulorganisation. "Die Kinder werden – wie in der Ogata auch – von 8 bis 16 Uhr verlässlich betreut", erläutert Erika Voets, Rektorin der "Erftaue". Allerdings werde die Zeit anders eingeteilt – etwa in Lernzeit, Zeit für freies Spiel und Zeit für gemeinsame Mahlzeiten. Ein weiterer Unterschied: Um die Ganztagsklassen kümmert sich nicht nur eine Lehrerin, sondern auch eine pädagogische Mitarbeiterin aus der Ogata.

  • Viersen : Nach Brand an Grundschule: Ganztagsbetreuung gesichert
  • Monheim : 80 Prozent der Schüler sind im Ganztag
  • Grevenbroich : Stadt befürchtet hohe Kosten für Ganztag

Ruth Hennen sieht unterschiedliche Vorteile für die Ganztagsklassen. Einer ist das stärkere Zusammengehörigkeitsgefühl. "Die Kinder verbringen den gesamten Schultag als Klasse gemeinsam, essen auch zusammen – fast wie eine kleine Familie." Dadurch, dass auch der Tagesrhythmus ein anderer sei als im offenen Ganztag, könne die Zeit auch schon für Hausaufgaben genutzt werden. "Wenn die Kinder im Unterricht etwa die Zahlen von eins bis zehn lernen, können sie auch direkt das Erlernte mit einem Arbeitsblatt vertiefen." Wenn die Grundschüler dann zu Hause wären, wäre die Schule für sie meist erledigt.

Darin sieht auch Erika Voets die Vorteile: "Die Kinder können den Tag in der Ganztagsklasse in einem anderen Rhythmus erleben." Was daraus folgt: Der ursprünglich offene Ganztag wandele sich in einer Ganztagsklasse zu einem gebundenen Ganztag, wie man ihn etwa an weiterführenden Schulen wie dem Pascal-Gymnasium kennt. Ein Zukunftsmodell für die Grundschulen – darin sind sich die beiden Rektorinnen einig.

Auch Michael Heesch verfolgt diese Entwicklung interessiert, betont aber den Modellcharakter der beiden ersten Ganztagsklassen: "Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten." Die Ergebnisse sollen auch in Schulausschuss und Stadtrat vorgestellt werden. Möglich wäre auch, dass hier ein Vorbild für andere Grevenbroicher Grundschulen geschaffen werde.

(NGZ)