Mobilität Feuerwehr

Serie: Grevenbroicher im Einsatz: Gerätewart hält die Feuerwehr technisch fit

Feuerwehrmann Martin Schwabe (49) vom Löschzug Hemmerden investiert viele Stunden in die Wartung der Einsatzgeräte.

Martin Schwabe hat es gerne sauber. Der 49-Jährige ist wahrscheinlich der einzige Feuerwehrmann, der riesige Fahrzeuge sogar von unten wäscht. Doch die Feuerwehr Hemmerden glänzt nicht nur durch Sauberkeit, sondern vor allem durch funktionierende Technik. Auch das ist Martin Schwabe zu verdanken. Der Ehrenamtler ist Gerätewart und investiert jeden Monat viele Stunden in die Wartung der Einsatzgeräte des Löschzugs. Damit zählt er mit zu den „Hidden Champions“, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Betrieb sorgen. Im Ernstfall müssen die Geräte einwandfrei funktionieren - oft zählt jede Sekunde.

Gerätewart Martin Schwabe kümmert sich viele
Gerätewart Martin Schwabe kümmert sich viele Stunden im Monat ehrenamtlich um die Technik bei der Feuerwehr Hemmerden. Foto: Georg Salzburg(salz)

Um die Funktionen zu garantieren, geht er nach „Checkliste“ vor: In Abständen kommen alle Utensilien auf den Prüfstand. Und: Nach jedem Einsatz werden all die Dinge von Martin Schwabe auf Herz und Nieren geprüft, die verwendet wurden. Das erfordert nicht nur große Begeisterung für Technik, sondern auch entsprechendes Knowhow. Das Wissen hat sich der 49-Jährige, der als Notfallsanitäter bei einer Berufsfeuerwehr arbeitet, bei einem einwöchigen Lehrgang am Institut der Feuerwehr in Münster angeeignet. Das war vor acht Jahren, seitdem ist er von der Feuerwehr beauftragter Gerätewart, sprich offiziell einer derjenigen, die für die Aufgabe des Gerätewarts qualifiziert sind und sich regelmäßig fortbilden.

2
Wichtige Werkzeuge für den Ernstfall. Ein Blick auf einen Teil der Geräte, die von Martin Schwabe regelmäßig gewartet werden. Foto: Georg Salzburg(salz)

Der Ehrenamtler trägt Verantwortung. „Als Gerätewart übernimmt Martin Schwabe eine sehr wichtige Aufgabe bei uns. Er ist mit dafür verantwortlich, dass wir voll einsatzbereit sind“, sagt Ingo Reiners. Er ist Löschzugführer in Hemmerden – und mit „wir“ meint er auch die anderen 20 aktiven Mitglieder seiner Einheit, die pro Jahr durchschnittlich zu 50 Einsätzen ausrücken. Dieses Jahr haben die Feuerwehrleute bereits rund 400 Einsatzstunden abgeleistet – und weitere 600 Übungsstunden, Versammlungen noch nicht mit eingerechnet. Ebenfalls nicht mit eingerechnet: der Einsatz Schwabes. Er weiß: Der Teufel steckt oft im Detail. „Nach einem Einsatz, bei dem wir beispielsweise einen mit Wasser vollgelaufenen Keller leergepumpt haben, zerlege ich die Tauchpumpe“, erzählt der Gerätewart. „Durch das dreckige Wasser kann es zu Ablagerungen kommen, das Sieb könnte verstopfen.“

Martin Schwabe mit Ingo Reiners (l.),
Martin Schwabe mit Ingo Reiners (l.), dem Chef des Hemmerdener Löschzugs. Foto: Georg Salzburg(salz)
  • Radevormwald : Freiwillige Wehr immer einsatzbereit

Ein anderes Beispiel: die Kettensägen. Sie zählen mit zur Standard-Ausrüstung auf den beiden großen Löschfahrzeugen der Hemmerdener Wehr und kommen gerade bei stürmischen Wetterlagen häufig zum Einsatz, wenn etwa umgestürzte Bäume beiseite geschafft werden müssen. „Auch Kettensägen zerlege ich nach ihrem Gebrauch komplett. Sie müssen gereinigt werden, außerdem achte ich auf den Verschleiß und die Kettenschmierung“, erzählt Schwabe. Im Dauereinsatz befanden sich die Kettensägen der Feuerwehr unter anderem 2014, als das Sturmtief „Ela“ über NRW und Grevenbroich hinwegfegte und Dutzende Bäume mit sich riss. „Damals waren wir von abends 18 Uhr die Nacht durch bis zum nächsten Mittag um 11 Uhr im Einsatz“, erinnert sich Löschzugführer Ingo Reiners. Bei solch extremen Wetterlagen schaut auch Martin Schwabe noch genauer hin: „Wenn sich so etwas ankündigt, überprüfe ich vorher explizit noch einmal alles.“

Zu den Dingen, die Schwabe ebenfalls regelmäßig auf Funktion checkt, zählen die Pumpen beider Fahrzeuge. „Da interessiert mich unter anderem, ob sie den nötigen Unterdruck bringen. Der ist wichtig, wenn wir Löschwasser zum Beispiel aus einem Teich absaugen.“ Natürlich kann Schwabe nicht alles alleine prüfen: Die Schläuche der Feuerwehr und die Atemschutzgeräte beispielsweise werden zentral gewartet und ausgetauscht – zu viel Arbeit für eine Einheit alleine. Doch das Gros der Dinge liegt in der Hand von Martin Schwabe und seinen Kollegen: Sie halten ihre Feuerwehr mit Leidenschaft fit für den Ernstfall.