Mobbing ist Thema im Theaterstück "Voll unnormal" in der Grevenbroicher Südstadt

„#Jugendsprache“ Grevenbroich zeigt neue Inszenierung : Theatergruppe interpretiert Diskriminierung

Im Stück  „Voll unnormal“, das die Gruppe „ #Jugendsprache“ am GOT derzeit einstudiert, wird Mobbing zum Thema. Die Inszenierung setzt auf tänzerische Elemente wie HipHop und kunstvolle Improvisation – und sie verzichtet auf große Worte.

Was tun gegen Benachteiligung und Ausgrenzung?, fragen sich junge Leute, die gemobbt werden. Auch die Teilnehmerinnen der Theatergruppe „#Jugendsprache“ widmen sich diesem Thema. Zurzeit arbeiten die fünf Frauen unter der Regie von Vanessa Mier an der Inszenierung „Voll unnormal“. Am 7. Dezember ist Premiere.

Selin Yoleri, Paola Barranco, Lena Erdmann, Leonie Schroot und Teresa Perfetti haben sich einiges vorgenommen. „Es gibt keinen vorgegebenen Text, es wird improvisiert“, beschreibt die Spielleiterin die Vorgehensweise. 13 Szenen werden so zu einem Stück, anstelle großer Worte wird per Tanz gesprochen. „Die Choreographie ersetzt teilweise den Dialog“, führt Vanessa Mier aus. Zusammen mit Lena Erdmann ist sie als pädagogische Mitarbeiterin am von Christoph Bongers geleiteten Jugendtreff tätig. 2015 hat sich „#Jugendsprache“ gefunden, der Name ist Programm. Thematisiert wird, was die jungen Frauen bewegt. „Jetzt geht es über den Sinn und Unsinn von Vorurteilen und dem souveränen Umgang damit“, erzählen sie. Schon in der vorangegangenen darstellerischen Arbeit mit dem Titel „Mobbing 1plus“ ging es bereits um diese Art von Psycho-Terror, „daraus hat sich jetzt das neue Stück entwickelt“, wie die Darstellerinnen erzählen.

„Demokratisch“ entscheidet die Truppe, welche Ideen aufgenommen und dann auf der Bühne umgesetzt werden, „keiner muss hier etwas machen, womit er sich nicht wohlfühlt“, führt Vanessa Mier aus. Zu improvisieren gehört zum Konzept, „wir wissen ja, was wir in der jeweiligen Szene erzählen wollen, achten und reagieren aufeinander“, beschreibt Lena Erdmann die Vorgehensweise. Selbstbewusst präsentieren sich die Mitspielerinnen in ihren Rollen. Teresa beispielsweise ist eine goldbehängte Shopperin, die am liebsten mit der Platinkarte ihres Papis wedelt. „Das lernt man bei der Theaterarbeit: Selbstbewusstsein“, strahlt sie. Leonie dagegen liebt die Proben noch mehr als die Premiere. „Ich habe immer Lampenfieber“, gesteht sie, und für Lena Erdmann ist das „Schönste die Reaktion des Publikums. Es gibt keine bessere Rückmeldung.“

Auch, wenn es um „was Ernstes geht“, soll das Ergebnis doch ein „Stück für die ganze Familie sein, in dem das Thema Diskriminierung auf lockere, lustige Weise angegangen wird“. Die Dramatik sickere „trotzdem durch, nur dient das Stück natürlich auch zur Unterhaltung“, erklärt die Spielleiterin wie getanzte HipHop-Elemente für spektakuläre und ausdrucksstarke Momente sorgen wollen.

Weit sind „#Jugendsprache“ gekommen, der vormals lose Szenenverbund wird bereits als Durchlauf geprobt, nur wenige Requisiten wie Spiegel und Blindenstock komplettieren die Ausstattung, und anstelle aufwendiger Kostüme wird in „Alltagsklamotten“ agiert.

Mehr von RP ONLINE