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Bernhard Thebes an alter Wirkungsstätte: „Mit Gott Europa bauen“

Bernhard Thebes an alter Wirkungsstätte : „Mit Gott Europa bauen“

Von Simon Hopf

Von Simon Hopf

Anlässlich des Benediktstages besuchte Abt Bernhard Thebes aus Osek am Wochenende seine alte Wirkungsstätte Kloster Langwaden, wo er mit zahlreichen Gläubigen ein Pontifikalamt feierte.

Seit mittlerweile 14 Jahren steht Bernhard Thebes nun schon als Abt dem Kloster Osek in Tschechien vor. Die Kontakte zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte Kloster Langwaden hat er gleichwohl nicht abreißen lassen. Immer wieder kehrt er an den Ort zurück, wo er nach der Wiederbegründung des Konvents über Jahrzehnte Spuren hinterlassen hat.

Am Wochenende war der Ordensmann einmal mehr in Langwaden, wo er anlässlich des Benediktstages im Innenhof ein Pontifikalamt feierte, zu dem zahlreiche Gläubige aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen waren. Der Heilige Benedikt als einer der Väter des abendländischen Mönchtums ist der Schutzpatron Europas. Das Leben Benedikts und die geistig-religiöse Zukunft unseres Kontinents stellte Abt Bernhard denn auch in den Mittelpunkt seiner aufrüttelnden, aber immer wieder mit einer Prise Humor gewürzten Predigt.

"Wir brauchen Menschen, die zeigen, wo's langgeht", so der Geistliche mit Blick auf ein "orientierungsloses" Europa. Dieses Haus, das beständig erweitert werde - erst kürzlich sind wieder mehrere Staaten der Europäischen Union beigetreten -, gelte es mit Gott zu bauen. Angesprochen seien alle Christen. Aber: "Wir sind zu müde. Es ist kein Feuer im Laden!" Wie anders Benedikt. der "Meister und Lehrer". Jeder sei aufgefordert, seinem Beispiel nachzueifern, missionarischen Geist zu leben.

Es sei notwendig, so Abt Bernhard in diesem Zusammenhang, dem "Ich-doch-Nicht" eine Absage zu erteilen. Nicht mehr und nicht weniger als die Neu-Evangelisierung Europas sei das Gebot der Stunde. Im Zentrum müsse Jesus Christus stehen: "Sonst sehe ich schwarz für Europa!" Den Gedanken der Mission griff am Nachmittag dann Pater Prior Bruno Robeck im Rahmen eines Vortrags noch einmal auf. Im Stefanssaal nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch 1500 Jahre christlicher Mönchsgeschichte und -geschichten.

Er erinnerte dabei an den Benediktinermönch Bonifatius, dessen 1250. Todestag in diesem Jahr begangen wird, und die irischen Wandermönche Sigisbert und Gallus. Aber schon der ägyptische Einsiedler Antonius, der im vierten Jahrhundert lebte, verlies immer wieder seine Abgeschiedenheit, um in Alexandria den Glauben zu verkünden. "Interessant sind auch die Missionsbestrebungen der alten Mönchsorden aus neuerer Zeit", so Pater Bruno und nannte beispielhaft unter anderem den Klosterverbund der Missionsbenediktiner . Auch die Zisterszienser seien sich dessen bewusst, "nach Kräften die noch ungeheuer großen Missionsaufgaben zu fördern".

(NGZ)