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Grevenbroich: Mit den Rabaue durch die Säle

Grevenbroich : Mit den Rabaue durch die Säle

Stimmung machen kann Stress sein. Das erleben die Rabaue um den Kapellener Peter Kempermann derzeit jeden Abend. Die Band hetzt von Auftritt zu Auftritt – immer mit der Zeit im Nacken. Die NGZ war einen Tag lang dabei.

Stimmung machen kann Stress sein. Das erleben die Rabaue um den Kapellener Peter Kempermann derzeit jeden Abend. Die Band hetzt von Auftritt zu Auftritt — immer mit der Zeit im Nacken. Die NGZ war einen Tag lang dabei.

Kapellen Ohne "Et Trömmelche" oder das "Insellied" geht nichts in den Karnevals-Sälen — die "Rabaue" mit Frontmann Peter Kempermann gehören zu den absoluten Stimmungs-Garanten im Rheinland. Damit möglichst viele Narren landauf, landab richtig gute Laune bekommen, ist die Band derzeit fast pausenlos unterwegs.

"Nur sieben Termine sind es heute", meint der Kapellener Peter Kempermann und lächelt: "Das ist vergleichsweise ruhig". Doch er soll sich täuschen: "Kempes", wie ihn die anderen nennen, trifft sich um kurz nach elf mit den Bandkollegen und der Technik-Crew am ersten Auftrittsort, dem Festzelt in Mönchengladbach-Holt. Die Stimmung in der Band ist bestens, doch das ändert sich schnell: Die Erkelenzer Karnevalsgesellschaft überzieht zur Eröffnung ihre vorgesehene Auftrittszeit ordentlich. Die Rabaue gehen schon mit rund 15 Minuten Verspätung auf die Bühne. Doch davon merken die mehr als 1000 Herren im Publikum nichts. "Moin Männer", ruft Kempermann — und los geht's. Der Saal kocht.

Nach 22 Minuten heißt es Abschied nehmen mit "Noch ein Pils", keine drei Minuten später sitzen alle in den beiden Wagen. Und der Stress beginnt: Die Verspätung zu Beginn ist höchst ärgerlich, im Tourbus wird geflucht, und zum ersten Mal glühen die Telefondrähte, denn in weniger als einer Stunde müsste man in Hennef sein.

Die Rabaue haben aber Glück: Ihr Programmplatz wird mit einem Kollegen getauscht. Weiter geht's zu Auftritten in Hennef und Köln-Weiden, die Verspätung bleibt. Kempermann sitzt am Steuer, fährt auch noch durch die Stadt, statt über die Autobahn. Ein Fehler, wie sich spätestens an der vierten roten Ampel in Folge herausstellt. Jetzt ist Improvisation gefragt: Bassist Benny Weißert ruft einen Kumpel an: "Geh mal in den Saal und ruf Zugabe, wir sind sofort da!". Benny grinst: "Ich versuche alles" — und es klappt: Die Funky Marys singen noch, als die Band eintrifft.

15.46 Uhr: Die Rabaue sind das Finale der Sitzung, wieder tobt der Saal. Direkt geht's weiter zum Maritim: Drinnen werden sie schon erwartet, der Präsident ist bei seiner Begrüßungsrede, und keine zwei Minuten später heißt es schon wieder: "Hände zum Himmel". Anschließend können Musiker und Techniker zum ersten Mal durchatmen. Man gönnt sich einen Kaffee oder auch ein Kölsch. Zeit für ein Gespräch unter Kollegen: Bernd Stelter bereitet sich gerade vor.

Ausnahmsweise entspannt fahren alle dann zum skurrilsten Auftritt des Tages: Sitzung der Pfarre Heilig Kreuz. Dort geht es zu wie auf dem Dorf: Alles ist klein und eng, aber die Stimmung ist toll. "Diese Gegensätze sind herrlich", findet "Kempes". Auf dem Weg ins feine Hotel Pullman, der Hofburg des Dreigestirns, klingelt das Telefon von Bandleader Peter van den Brock: Diesmal können die Rabaue helfen, denn die Paveier haben inzwischen Verspätung. Ohne Probleme verlängern die Rabaue ihren Auftritt, die jecken Weiber bei der Mädchensitzung freut's.

Dann ist Feierabend: An der Hotelbar treffen sich alle Kollegen: Die 3 Colonias, Guido Cantz und viele andere sind da. Man trinkt und erzählt, dann geht es nach Hause, denn bis zum Rosenmontag stehen noch etliche Auftritte an.

(RP)