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Grevenbroich: Mit dem Rad nach Alaska

Grevenbroich : Mit dem Rad nach Alaska

Klaus Lüttgen wird in Kürze zu einem großen Trip starten. Der Grevenbroicher fährt mit einem 30 Jahre alten Damenrad von Vancouver nach Alaska – eine Strecke von knapp 8000 Kilometern.

Klaus Lüttgen wird in Kürze zu einem großen Trip starten. Der Grevenbroicher fährt mit einem 30 Jahre alten Damenrad von Vancouver nach Alaska — eine Strecke von knapp 8000 Kilometern.

Sein Plan ist nicht ganz aufgegangen: Klaus Lüttgen (52) wollte in der Coens-Galerie mehr als 20 000 vom Vater geerbte Karnevalsorden veräußern, um mit einem Teil des Erlöses seinen großen Traum zu finanzieren: Der Grevenbroicher, der seit neun Monaten ohne Arbeit ist, will mit dem Hollandrad quer durch Kanada bis nach Alaska fahren. "Viele Orden sind nicht verkauft worden. Den größten Teil der Sammlung habe ich leider nur für einen kleinen Betrag an ein Karnevalsmuseum in Köln abgeben können", bedauert der 52-Jährige. Jetzt muss Lüttgen ans Eingemachte: Er wird seine heiß geliebte Yamaha XS 650 verkaufen, um einigermaßen über die Runden kommen zu können.

"Ein Zurück gibt es aber nicht mehr", sagt der Kanada-Fan. Er hat die Tickets bereits im Schrank liegen, am 8. Juni startet sein Flug ins Abenteuer. Innerhalb von 122 Tagen will der Monteur knapp 8000 Kilometer auf dem Sattel seines Damen-Hollandrads zurücklegen. Das mittlerweile 30 Jahre alte Gefährt hat er — mit Hilfe von Sponsoren — entsprechend fit gemacht: "Neue Schaltung mit 14-Gang-Nabe, bessere Bremsbeläge, spezielle Räder", zählt Lüttgen auf. Und auch der Anhänger fürs Gepäck steht schon in der Garage: "Für 69,50 Euro in einem Grevenbroicher Billigladen gekauft."

In seine Reisetaschen wird Klaus Lüttgen jedoch nicht nur frische Wäsche packen, sondern auch rund 200 Karnevalsorden, die er behalten hat. "Die werde ich an die Leute verschenken, die mich auf meiner Tour unterstützen — etwa indem sie mir eine Unterkunft bieten", erläutert der 52-Jährige. Denn Geld fürs Hotel oder Restaurants hat der Kanada-Fan nicht: "Ich muss mit weniger als 35 Euro pro Tag auskommen", schildert er. Lüttgen hat daher bereits mehrere kanadische Zeitungen angeschrieben, die über seine Extrem-Tour im Vorfeld berichten und ankündigen werden, wann er welchen Ort erreichen wird. An Übernachtungen in seinem Zelt wird der abenteuerlustige Grevenbroicher aber nicht vorbeikommen: "Vor allem dann nicht, wenn ich die Wildnis durchquere und tagelang keinen Menschen sehe", erklärt Lüttgen.

Unterwegs wird er die Stationen seiner Tour mit der Digital-Filmkamera festhalten, um sie über seine Webseite einem interessierten Publikum zu präsentieren. "Später möchte ich mein Abenteuer auf einer DVD veröffentlichen", meint der 52-Jährige. Er erhofft sich davon auch ein neues berufliches Standbein.

Bevor es losgeht, wird sich Klaus Lüttgen für seine Extrem-Tour fit machen. Dafür steigt er übrigens in den Boxring. Sein Trainer kommt aus der Familie: Neffe Stefan Raaff ist Amateur-Weltmeister im Cruiser-Gewicht und wird seinen Onkel für die kommende Reise stählern.

(NGZ)