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Grevenbroich: Mit BoA mehr Strom in Grevenbroich erzeugt

Grevenbroich : Mit BoA mehr Strom in Grevenbroich erzeugt

Die Neurather BoA und die alten Frimmersdorfer Blöcke sorgten für ein Plus bei der Stromerzeugung. Im nächsten Jahr wird das anders.

Auch in Zeiten der Energiewende behält die Braunkohle ihre Bedeutung. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Johannes Lambertz gestern bei der Jahrespressekonferenz von RWE Power. Alleine in 2012 wurden auf Basis des Rohstoffs etwa 76 Terawattstunden Strom produziert — ein Plus von elf Prozent. Gleichzeitig stieg die Fördermenge um vier auf 101 Millionen Tonnen Braunkohle an. "Einen solchen Wert haben wir zuletzt 2004 erreicht", betonte Lambertz.

Foto: S. Büntig

Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung war das im Sommer in Betrieb genommene Kraftwerk "BoA 2/3" in Neurath. "Seine Verfügbarkeit liegt über unserer Erwartung", sagte der Vorstandschef zufrieden: "Block Friedrich ist zu fast 90 Prozent, Block Gustav zu 80 Prozent verfügbar. Damit liegen wir etwa 50 Prozent über den Planwerten", meinte Lambertz.

Foto: Berns, Lothar

Zur Versorgungssicherheit — insbesondere in der kalten Jahreszeit — hätten auch die alten 150-Megawatt-Blöcke in Frimmersdorf beigetragen. "Sie waren sehr gut ausgelastet", betonte der Power-Chef. Diese "Sondereffekte" würden jedoch im kommenden Jahr entfallen. Denn am 31. Dezember schaltet RWE Power auch die letzten von 16 Altanlagen im Revier ab. "Deshalb wird die Fördermenge in 2013 wieder geringer", prognostizierte er.

Foto: Berns, Lothar

RWE Power hält zurzeit einen Anteil von 45 Prozent der gesamten Stromerzeugung in NRW. "Weniger erfreulich ist die Entwicklung der Großhandelspreise. Sie liegen aktuell bei knapp über 50 Euro je Megawattstunde und damit quasi auf dem Niveau vor der Liberalisierung", meinte Johannes Lambertz. Dies werde erhebliche Einflüsse auf das Ergebnis von RWE Power haben, kündigte er an. Zahlen nannte Lambertz jedoch nicht.

Erwartungsgemäß gab es bei den Mitarbeiterzahlen einen Rückgang. Ende des dritten Quartals waren alleine 11 379 Menschen im Rheinischen Revier beschäftigt, 213 weniger als im Vorjahr. "Wir stehen vor einem komplexen Umbruch: Personalerneuerung und Verjüngung der Mannschaft bei gleichzeitigem Stellenabbau und Know-how-Erhalt", erläuterte Personalvorstand Erwin Winkel. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen die dafür "richtigen Instrumente" habe. Dazu zählt Winkel die Altersteilzeitregelung, über die etwa 700 von insgesamt 16 210 Mitarbeiter bis 2013 die Firma verlassen werden. Gleichzeitig würden 126 von RWE Power ausgebildete Fachkräfte unbefristet übernommen.

Wenn zum Jahresende der letzte 150-Megawatt-Block in Frimmersdorf abgeschaltet wird, bleiben die beiden 300-MW-Anlagen "Paula" und "Quelle" übrig. Was RWE Power in den nächsten Jahren mit dem Kraftwerksgelände vorhat, bleibt nach wie vor unklar. Ob das Gelände sich als Standort für den umstrittenen Strom-Konverter eignen würde, ließ Johannes Lambertz offen: "Sollte uns der Netzbetreiber fragen, werden wir den Standort intensiv prüfen." Frimmersdorf wurde von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Grünen-Chef Reiner Priggen als Alternative für Meerbusch-Osterath vorgeschlagen.

(NGZ/url/ac)