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Grevenbroich: Mit "Bello-Boxen" gegen Hundehaufen

Grevenbroich : Mit "Bello-Boxen" gegen Hundehaufen

Kein Hundedreck mehr in der Innenstadt: Diese neue Aktion startet jetzt der Werbering Grevenbroich. Er will bis zu 50 Sammelstellen in der City aufstellen. Dafür und auch für die Ausstattung mit Tüten sucht er jetzt Sponsoren.

Der Werbering will gegen die Verschmutzung in der Innenstadt aktiv werden: "Wir wollen, dass die City sauberer wird und die Menschen dort gerne und länger verweilen", sagt Werbering-Chef Fred Schlangen. — "Wir setzen damit auch die Ergebnisse der IHK-Umfrage um", ergänzt Einzelhändler Victor Göbbels, selbst Hundebesitzer und Initiator der neuen Aktion.

Was die Geschäftsleute planen: Sie wollen bis zu 50 Hundekot-Sammelstationen inklusive Tüten in der Innenstadt installieren. Als Orte stellt Victor Göbbels sich "neuralgische Punkte, wie den Eingang zum Stadtpark, den Marktplatz, die Grünanlage am Kanzlerdenkmal, Parkplätze wie am ,Platz der Republik', rund um das Standesamt ,Villa Krüppel' oder die Eingänge zum Bend" vor. — "Natürlich macht es Sinn, dass die Stationen direkt bei Papierkörben aufgestellt werden", ergänzt Fred Schlangen. Gespräche mit der Stadtverwaltung stehen noch aus; der Werbering habe bereits positive Signale erhalten. "Wir unterstützen jede Idee, die der Sauberkeit unserer Stadt hilft", so Rathaus-Sprecher Andreas Sterken.

"Es ist Zeit zu handeln", meint Victor Göbbels. Müll in Grevenbroich sei bereits häufig ein Thema in den Medien, in Leserbriefen, Rats- oder Ausschuss-Sitzungen. "Wir wollen deshalb eine Aktion ins Leben rufen, die bereits in anderen Städten und vor allem Tourismusgegenden gut funktioniert." Beispiel Mönchengladbach: Dort hat der Verein "Clean up" rund 200 Bello-Boxen installiert, die von Paten betreut werden. "Gut für die Sauberkeit der Stadt.

Jeder Beutel, der in die Box wandert, liegt nicht herum", meint Stadtsprecher Walter Schröders. Auch in Kapellen gibt es positive Erfahrungen. Hier hat der Verein "Kapellener Jonge" im Jahr 2007 acht Ausgabestellen für Hundekot-Tüten aufgestellt und investiert "pro Jahr bis zu 1100 Euro in die Nachrüstung", sagt Paul Pesch, Chef des Heimatvereins. Nach seiner Einschätzung ist das Projekt ein Erfolg: "Der Ort ist deutlich sauberer. Bis zu 90 Prozent der Besitzer von kleinen Hunden nutzen die Sammeltüten", schätzt Pesch. Viele Kapellener hätten sich bereits weitere Ausgaben gewünscht. "Das würden wir auch gerne tun. Aber es ist schwierig, Geldgeber zu finden", meint der Vorsitzende der "Kapellener Jonge".

Auch Victor Göbbels hat am Wochenende rund 130 E-Mails verschickt, um Sponsoren zu werben: "Die ersten positiven Rückmeldungen habe ich bereits erhalten." Generell wolle der Werbering die Aktion erst starten, wenn nicht nur die Hundedreck-Sammelboxen finanziert sind, sondern wenn auch deren Ausrüstung mit Tüten gesichert ist — diese sollen sich Hundebesitzer kostenfrei nehmen können. "Für 100 000 Tüten brauchen wir knapp 3000 Euro", so Göbbels. Ein Anreiz für die Sponsoren: Sie werden auf Schildern als "Partner für eine saubere Stadt" genannt.

(NGZ/rl)