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Grevenbroich: Mit 71 immer noch fit fürs Sportabzeichen

Grevenbroich : Mit 71 immer noch fit fürs Sportabzeichen

Werner Moritz aus Neukirchen denkt gar nicht daran, im Alter keinen Sport mehr zu treiben. Er hat jetzt sein 55. Sportabzeichen abgelegt.

Die graue Urkunde vom 30. August 1959 erinnert an einen alten Auto-Führerschein – doch sie ist für Werner Moritz von viel größerer Bedeutung. Denn es ist seine erste Sportabzeichen-Urkunde, gerade mal 18 war er damals. Nach 54 Jahren ist Moritz immer noch eine echte Sportskanone – und ist auch mit 71 noch voll und ganz bei der Sache, wenn es darum geht, das Sportabzeichen abzulegen.

"Der Sport hält mich fit", sagt Werner Moritz, der sich in diesem Sommer zum 55. Mal in Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination bewiesen hat. Der gebürtige Emsländer blickt gerne auf ein sporterfülltes Leben zurück – und erinnert sich noch immer an zahlreiche Meilensteine im Sport, die sein Leben mitgeprägt haben. Akribisch hat er alle Werte, die er in den verschiedenen Disziplin je erreicht hat, aufgelistet. So sahen die Anforderungen, die fürs Sportabzeichen etwa 1959 erfüllt werden mussten, noch ganz anders aus, als heute. Denn das Sportabzeichen wurde zum 100. Geburtstag in diesem Jahr gründlich überarbeitet.

"1959 bin ich 300 Meter in 7,41 Sekunden geschwommen, 5,12 Meter weit gesprungen, 100 Meter in 12,2 Sekunden gelaufen und habe Kugeln 8,75 weit gestoßen", liest der Rentner aus seinen Auflistungen. Er weiß noch genau, wie sehr er sich freute, mit 18 Jahren (damals noch nicht volljährig) am Erwachsenen-Sportabzeichen teilnehmen zu dürfen: "Wer acht Mal in Folge gewisse Werte beim Ablegen des Abzeichens erreicht hat, bekam Silber. Und wer dann sieben Mal in Folge weiter gemacht hat, wurde mit Gold ausgezeichnet", schildert Moritz, der so nach 15 Jahren stolzer Besitzer seiner ersten Goldmedaille war. Was ihn so sehr begeistert? "Mich reizt die Vielfältigkeit, die das Sportabzeichen fordert", sagt der gelernte Bänker. "Das sind die olympischen Spiele des kleinen Bürgers – dabei ist die Leistung sekundär. Es geht vielmehr darum, sich sportlich zu betätigen", sagt der Neukirchener, der 1975 im örtlichen Sportverein die erste Leichtathletik-Abteilung gegründet hatte.

Er war es auch, der das Sportabzeichen, das im Rheinland in den 70er Jahren nicht gerade verbreitet war, in Neukirchen einführte. "Seit gut zehn Jahren bin ich jetzt Sportwart im Stadtsportverband und fünf Jahre Vorsitzender des Leichtathletik-Kreises Düsseldorf-Neuss", sagt Moritz, der das Ziel verfolgt, vor allem jüngere Menschen für den Sport zu begeistern.

Werner Moritz selbst hält sich – trotz belasteter Kniescheibe – auch im fortgeschrittenen Alter stets fit: "Auf dem Programm steht mindestens dreimal die Woche eine Walking-Tour über sechs bis acht Kilometer", sagt der 71-Jährige, der davon überzeugt ist, dass Sport die Lebensqualität deutlich steigert. Denn er sei noch nie ernsthaft krank gewesen, habe weder eine Grippe noch eine Erkältung gehabt. Seine Erklärung: "Ein starkes Immunsystem durch das regelmäßige Laufen – egal ob bei Schnee, Regen oder 30 Grad Hitze."

(NGZ)