Grevenbroich: Mit 23 Jahren groß im Online-Geschäft

Grevenbroich: Mit 23 Jahren groß im Online-Geschäft

Leonard Quack baute als Gymnasiast ein Weblog auf – heute gehört er zu den Geschäftsführern von drei Spar-Portalen.

Leonard Quack baute als Gymnasiast ein Weblog auf — heute gehört er zu den Geschäftsführern von drei Spar-Portalen.

Vom beschaulichen Mühlrath in die Hauptstadt Berlin: Mit 17 startete Gymnasiast Leonard Quack am PC in seinem Mühlrather Jugendzimmer seinen Weblog "schnaeppchenfuchs.com" — heute, fünf Jahre später, gehört er zu den Geschäftsführern der "Menschdanke GmbH" mit Sitz in Berlin. Dort kümmern sich 25 Mitarbeiter um drei Onlineportale; das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben die Nummer zwei auf dem Markt der Spar-Plattformen dar. "Pro Jahr sind wir um zehn bis 15 Prozent gewachsen und streben dies auch für die Zukunft", sagt Leonard Quack (23).

Wie kann man sich die Arbeit an einem Online-Portal vorstellen? Quack erklärt: "Wir präsentieren unseren Nutzern die Angebote wie auf einem Silbertablett." Dazu würde das Team Offerten von Firmen im Netz recherchieren oder selbst erhaltene Angebote weitergeben. "Wenn ein Kunde zum Beispiel einen DSL-Vertrag abschließen möchte, weisen wir ihn auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hin", nennt der Wahl-Berliner ein Beispiel: "Inzwischen erreichen uns jeden Tag zahlreiche Anfragen von Firmen, die mit uns zusammenarbeiten wollen." Wie kann ein Online-Portal wirtschaftlich arbeiten?

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"Zum einen können Kunden auf unseren Seiten Werbebanner schalten, zum anderen profitieren wir von der Menge der Nachfrage", sagt Quack. Wichtig seien ihm auch die redaktionellen Inhalte, die die Nutzer informieren würden. Der durchschnittliche Online-Schnäppchenjäger sei männlich, zwischen 20 und 30 Jahre alt und decke auch seinen alltäglichen Bedarf über Onlineportale: "Pfannen und Bestecksets sind besonders schnell ausverkauft."

Leonards Quacks Firmenidee entstand aus einer Not heraus: Der Gymnasiast hatte an einem Austausch zu den Bermudas teilgenommen: Die Insel war teuer, seine Ersparnisse bald weg und der PC- und Internetbegeisterte suchte nach einer Verdienstmöglichkeit. "Per Zufall entdeckte ich, dass ich mit dem Abschluss von Handyverträgen Geld verdienen konnte: Ich sprach Freunde und Verwandten an, teilte die Einnahmen mit ihnen", erinnert er sich an seine ersten Schritte als Schnäppchenfuchs: "Ich durchforstete Newsletter, stellte für meinen Blog Angebote zusammen — damals gab es kein vergleichbares Portal, der Online-Markt war unstrukturiert." Zwar hatte Leonard Quack eine Nische gefunden, doch stieß er auch bald als Ein-Mann-Betrieb an seine Grenzen: "Ich konnte ja nicht 24 Stunden am Tag online sein."

2012 folgte die Fusion, Berlin wurde Sitz der neuen Firma — und Treffpunkt für die Familie Quack, seitdem auch Leonards Bruder dort lebt. "Aber zweimal im Jahr komme ich nach Grevenbroich."

(NGZ)
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