1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Ministranten widersprechen Pfarrer

Grevenbroich : Ministranten widersprechen Pfarrer

Ist der Pfarrverband Elsbach/Erft für die Zukunft aufgestellt? Ja, sagt die Ministrantengemeinschaft "Minisegen". Sie weist die Kritik von Pfarrer Willi Steinfort zurück. Er hatte beklagt, dass es der Kirche an Gemeinsinn fehle.

Die Kritik von Pastor Willi Steinfort sorgte während der Weihnachtstage für Diskussionen im Seelsorgebereich Elsbach/Erft. Der Geistliche, der zum 1. März die Stadt verlassen wird, hatte gegenüber der NGZ beklagt, dass sich in den fünf Gemeinden "so gut wie nichts in Richtung Zukunft" bewege, es fehle an Gemeinsinn. Der Meinung des leitenden Pfarrers widersprachen gestern energisch die jungen Mitglieder der Pfarren: "Wir leben diese Gemeinschaft, die Pfarrer Steinfort beklagt. Unsere Arbeit ist ausschließlich auf die Zukunft hin ausgerichtet", sagt Julia Jendrny, Leiterin der Messdienergemeinschaft "Minisegen". Der Pastor habe einen falschen Eindruck von der Arbeit der Organisationen und Verbände im Seelsorgebereich vermittelt, bedauert die 22-Jährige.

Die Ministranten aus Grevenbroich, Gustorf, Elsen, Elfgen und Noithausen haben sich 2005 zusammengeschlossen, um die Messdiener-Arbeit in den Gemeinden zu vernetzten. Mit Erfolg, wie Jendrny meint: "Wir bilden mittlerweile eine große Gemeinschaft mit mehr als 90 aktiven Kindern und Jugendlichen." In diesem Zusammenschluss geht es nicht nur darum, den Messablauf und das Dienen am Altar zu lernen. "Das ist nur ein Teil unserer Arbeit", erklärt Niklas Max Thönneßen (23) vom Leitungsteam: "Hauptsächlich wollen wir miteinander etwas unternehmen, Spaß haben und eine Alternative zu Computern und Fernsehen bieten." Dies sei ganz im Sinne des Pfarrverbandsgedankens.

In den vergangenen sieben Jahren hat "Minisegen" sein Angebot kontinuierlich ausgebaut. Kinderdiscos, Ausflüge und Fußballturniere gehören ebenso zum Programm wie gemeinsame Wochenenden in Selbstversorgerhäusern und das alljährliche "Ferienabenteuer" für Grundschüler, das die Teilnehmer im nächsten Jahr in Peter Pans "Nimmerland" führen wird. Mit diesem Angebot soll Kindern ein Platz geboten werden, an dem sie sich wohl fühlen – zugleich sollen die Eltern entlastet werden, die in den Sommerferien arbeiten müssen.

"So gut wie alle Aktionen werden kostenlos angeboten. Teilnehmen können Kinder bis zum 14. Lebensjahr, egal ob sie Messdiener sind oder nicht. Sie müssen nicht einmal katholisch sein", betont Jendrny.

Das Projekt sei auf Kreis- und Diözesanebene als "Vorbildlich" gelobt worden, weil es gemeindeübergreifend verbindet und Freundschaften über den eigenen Kirchturm hinaus schafft. "In unserem Seelsorgebereich entwickelt sich viel in Richtung Zukunft. Man muss nur einmal die Augen öffnen", meint Niklas Max Thönneßen.

Nach der Gründung von "Minisegen" in 2005 hat mittlerweile die zweite Messdiener-Generation die Zügel in die Hand genommen, um das Angebot der Gemeinschaft weiter auszubauen. Dass der Zusammenschluss eine Zukunft haben wird, davon ist Julia Jendrny überzeugt: "Die dritte Generation steht schon in den Startlöchern, da mache ich mir keine Sorgen."

(NGZ)