Grevenbroich: Millionen-Investition in Gewächshauspark

Grevenbroich : Millionen-Investition in Gewächshauspark

Die vier "Neurather Gärtner" bauen ihre Treibhauslandschaft am Stadtrand aus. Bis Anfang Februar soll der Park um etwa 52 000 Quadratmeter erweitert werden. Die Investitionssumme: zwischen fünfeinhalb und sechs Millionen Euro.

Mit einer Anbaufläche von 10,7 Hektar ist der Gewächshauspark in Neurath schon jetzt der größte in Nordrhein-Westfalen. Und bald wird er noch größer. Zurzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Ausbau um weitere 52 000 Quadratmeter. "Anfang Februar nächsten Jahres wollen wir das Vorhaben abschließen und mit der Produktion beginnen", sagt Wilhelm Baum. Er ist einer der vier "Neurather Gärtner", die seit 2010 am Stadtrand saftige Tomaten im großen Stil anbauen.

Zwischen fünfeinhalb und sechs Millionen Euro schätzt Baum die Investition in das Projekt "Neurath II". Die Erweiterung wird erforderlich, weil das Geschäft mit den Tomaten gut läuft: 5,5 Millionen Kilogramm des knallroten Gemüses verlassen jährlich den Gewächshauspark. Tendenz: steigend. "Wir haben ein Konzept umgesetzt, das ,Aus der Region für die Region' heißt - und das funktioniert", meint Wilhelm Baum zufrieden. Die vier Gärtner produzieren für die großen Lebensmittelmärkte, zu den Hauptabnehmern zählen Netto und Rewe.

Derzeit wird das neue Gewächshaus aufgebaut, es soll bereits Mitte dieses Monats stehen. "Dann werden wir umgehend mit dem Innenausbau beginnen. Heizung und Bewässerungsanlagen werden angelegt, das gesamte Kultursystem aufgebaut", schildert Baum. Auch bei der Erweiterung werden die "Neurather Gärtner" mit dem gegenüberliegenden Kraftwerk kooperieren: Zum Heizen des großen Gewächshausparks stellt RWE 70 Grad heißes Wasser bereit.

Zwischen März und Dezember wird in Neurath hauptsächlich die Tomatensorte Lyterno geerntet. "Sie ist sehr geschmacksintensiv und wird von den Kunden geschätzt", sagt Wilhelm Baum. In diesem Jahr neu gepflanzt wurde eine mittelgroße Cocktail-Tomate mit dem Namen Brioso. "Sie ist sehr gut angekommen und macht mittlerweile 25 Prozent unserer Produktion aus", sagt Baum. In dem neuen Gewächshaus soll künftig auch eine weitere, etwas kleinere Cocktail-Tomate angebaut werden. "Die ,Kleinen' sind hochpreisiger und werden vom Verbraucher gut angenommen", berichtet Baum. Die "Neurather Gärtner" bevorzugen insgesamt Sorten, die zwar weniger Kilogramm im Jahr produzieren, dafür aber intensiver schmecken als beispielsweise die Konkurrenz aus den Niederlanden. "Wir setzen auf Qualität statt Quantität. Würden wir anders handeln, würde das vom Kunden auf keinen Fall honoriert", ist sich der Tomatenzüchter sicher.

Mit dem Ausbau um 5,2 Hektar ist das Gelände in der Nähe der Energiestraße erschöpft. Kapazitäten für einen weiteren Ausbau des Gewächshausparks sind dann nicht mehr vorhanden. Ein Projekt mit dem Namen "Neurath III" wollen die Gärtner jedoch nicht ausschließen. Ob sich dafür das in dieser Woche vom Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens ins Gespräch gebrachte Kraftwerkserweiterungs-Gelände hinter der BoA eignen könnte, ist möglich. "Das wäre sicherlich eine Option", meint Wilhelm Baum. Planungen in dieser Richtung gebe es aber noch nicht.

(NGZ)
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